Copy

Doppelpass  und Grätsche

Newsletter Nr. 34 vom 28. März 2019
Liebe Leserinnen und Leser! Im März fand wieder einmal eines unserer Seminare zur "Fußball-Fankultur in der Offenen Gesellschaft" statt. Mittlerweile gehen wir mit unserem Projekt ins fünfte Jahr. Denn Ende März/Anfang April 2014 haben wir das erste dieser Seminare organisiert (siehe Foto). Mittlerweile ist viel passiert, wie Ihr immer wieder in unserem Newsletter nachlesen könnt. Infos und Nachrichten zu kommenden Projekten findet Ihr auch diesmal in der Rubrik "In eigener Sache", die diesmal etwas länger geworden ist.



Belarus hat in unserem aktuellen Newsletter erstmals einen inhaltlichen Überhang. Denn der dortige Verband hat mit Vladimir Bazanau einen neuen Präsidenten, zudem hat die legendäre Popgruppe Belaruskie Pesnjary einen Song für die Dynamo-Legende Aleksandr Prokopenko geschrieben. Und der NFK Krumkachy ist zurück in der zweithöchsten Klasse des Landes. In der Sektion "Russland" geht es um die erste russische Meisterschaft nach dem Ende der Sowjetunion im Jahr 1992 und um den Rassismus-Skandal um den Spieler Pavel Pogrebnak, der auch in Deutschland kein Unbekannter ist. In der Ukraine ist mal wieder ein Verein pleite gegangen. Zudem gab es Fanaktionen gegen die im Land grassierende Korruption.

Viel Vergnügen bei der Lektüre!
RUSSLAND


CSKA-Fan verklagt Fernsehsender
Wie die Nachrichtenagentur Agenstvo Moskva berichtet, verklagt der Anführer der CSKA-Fangruppierung White Horse, Ilja Zlatogorov, das Boulevard-Medium Mash auf eine Millionen Rubel Schadenersatz. Grund ist die Veröffentlichung über seine angebliche Festnahme nach einer Prügelei, die die Fans von CSKA am 7. November 2018 mit Fans des italienischen Vereins AS Roma im Umfeld des entsprechenden Champions League-Spiels veranstalteten. Zlatogorov gibt an, dass es sich bei dem Inhaftierten nicht um ihn gehandelt habe. Zudem sei er auch an der Schlägerei nicht beteiligt gewesen, wie er sagt. Er fordert von Mash, die verbreiteten Informationen als "nicht wahr" zu deklarieren und eine weitere Informationsverbreitung zu dem Fall zu untersagen. Zlatogorov hatte auf seiner VKontakte-Seite berichtet, dass er aufgrund der Veröffentlichung seinen Job verloren habe. Zur Erklärung sagte er: „Diese Leute, die die Situation nicht verstanden haben, hefteten mir einen kriminellen Akt an, und der Fernsehsender Mash beschuldigte mich erfolgreich und verleumdete mich als als den gefährlichsten Hooligan im ganzen Land. Ich erkläre öffentlich, und es gibt Beweise dafür, dass ich an diesen Ereignissen nicht beteiligt war und dass diese Leute ihr Publikum angelogen haben. Sie haben falsche Informationen verbreitet."


Die erste russische Meisterschaft nach dem Ende der Union
Der Blog Linea de vida auf Sports.ru erinnert in einem Beitrag mit sehenswerten Fotos an die erste russische Meisterschaft nach dem Ende der Sowjetunion, die Spartak Moskau 1992 gewinnen konnte. Ende Dezember 1991 hatte der sowjetische Fußballverband folgende Entscheidungen getroffen: So sollten in der ersten Meisterschaft nach Ende der Union Vereine aus den ehemaligen sowjetischen Republiken spielen, nur ukrainische und baltische Vereine sollten außen vor bleiben. Zudem war beschlossen worden, dass die sowjetische Auswahl noch an der Europameisterschaft 1992 teilnimmt. An der Weltmeisterschaft 1994 in den USA sollte schließlich eine Auswahl der GUS teilnehmen, Spieler aus der Ukraine eingeschlossen. Es kam aber vieles ganz anders. Die Moskauer Vereine stellten sich gegen die Entscheidung, in einer gemeinsamen Liga mit Vereinen aus Kasachstan oder Zentralasien zu spielen. Einer der Gründe, die angeführt wurden, waren die Kosten für die Flüge zu den Auswärtsspielen. Zudem ließ sich auch die FIFA nicht von einer Liga auf Basis der GUS überzeugen. So kam es, dass am 3. Februar 1992 eine rein russische Meisterschaft und ein paar Tage später die Gründung des russischen Fußballverbandes beschlossen wurde. Für die erste Meisterschaft entschied man sich für folgendes Format: Zwei Gruppen á zehn Mannschaften, von denen die jeweils vier Bestplatzierten eine Finalrunde um die Meisterschaft austrugen. Dabei waren sechs Vereine aus der höchsten sowjetischen Liga, elf aus der zweiten und sogar drei aus der vierten Liga. Die endgültige Auswahl stand erst 20 Tage vor Beginn der Meisterschaft. In dieser Runde gab es auch bereits einen privat geführten Verein, und zwar FK Asmaral Moskva, der 1990 von dem irakischen Geschäftsmann Al-Chalidi übernommen und umbenannt wurde. Ursprünglich hieß der 1978 gegründete Verein FK Presnya Moskva. Am Ende dieser historischen Liga musste ein sehr bekannter Verein in die zweite russische Liga absteigen: Zenit Sankt Petersburg. 


"Die Hautfarbe hat keinen Einfluss auf den Fußball"
Nach der rassistischen Beleidigung de russischen Spielers Pavel Pogrebnjak an die Adresse des russischen Nationalspielers Ari vom FK Krasnodar (mehr dazu weiter unten), der aus Brasilien stammte und der vor zwei Jahren die russische Staatsbürgerschaft erhielt, hat sich der Blog box2box mit der Kapitänin einer russischen Nachwuchsauswahl unterhalten. In dem interessanten Gespräch mit der afro-russischen Spielerin Dzhanna-Zhose Pamen Tchato geht es um Rassismus, um den Frauenfußball in Russland und um die Möglichkeit, im Frauenfußball Geld zu verdienen. Die Mutter der Spielerin ist Russin, der Vater stammt aus Kamerun. Sie erzählt, dass sie mit den Nachbarjungs in ihrem Hinterhof Fußball gespielt habe, als ihre Eltern arbeiten waren. Später wurde sie weiter beim Verein "Legion" ausgebildet, bevor sie in die russische U17-Auswahl berufen wurde. Tchato sagt, dass sie nicht allein auf den Fußball setzen könne, um künftig Geld zu verdienen. "Ich will an die Uni gehen, einen Job mit einem guten Gehalt, deswegen werde ich etwas mit Wirtschaft und Finanzen machen. Ich will meine Familie ernähren, damit es ihnen an nichts fehlt." Sie berichtet, dass sie in der Schule häufiger rassistischen Anfeindungen ausgesetzt war, dass ihre Mutter sie aber sehr selbstbewusst erzogen habe. Zudem habe sie drei Jahre lang Taekwando trainiert. Über Pogrebnjaks Entgleisung äußert sie sich wie folgt: "Pogrebnjak kann einem nur leid tun... Ich bin nicht der Meinung, dass die Hautfarbe keinen Einfluss auf das Spiel hat. Wenn man jemanden in die Nationalmannschaft beruft, heißt das, dass er besser als andere  spielt. Pavel ist schließlich nicht in der Nationalmannschaft."


Derbyzeit in der russischen Hauptstadt
Das Moskauer Derby Dynamo gegen Spartak gilt als eines der heißesten und leidenschaftlichen Fußballderbys der Welt. Am 10. März 2019 war es mal wieder soweit. Diesmal war Spartak bei Dynamo zu Gast, das allerdings in die Chimki Arena ausweichen musste, weil der harte russische Winter dem Rasen in der neuen BTB-Arena ordentlich zugesetzt hatte und somit nicht bespielbar war. Dmitrij Panferov war für Eurosport.ru dabei und hat sich rund um das Stadion, in der Arena und im Internet umgesehen. Dabei zeigt er nicht nur, dass die Sicherheitsbehörden Ganzkörperkontrollen bei Fans durchgeführt haben, sondern auch, dass Spartak-Fans weiterhin ihren Unmut gegenüber Kapitän Glushakov mit Hilfe von Bannern kundtun. Wir berichteten bereits, dass die Fans Glushakov als Schuldigen dafür sehen, dass Meistertrainer Massimo Carrera im vergangenen Oktober entlassen wurde. Zu Ausschreitungen kam es bei der 166. Auflage des Derbys, das Spartak mit 1:0 knapp für sich entscheiden konnte, glücklicherweise nicht.


Wie man nach einem Skandal in den Fußball zurückkehrt
Über den Skandal um die russischen Fußballspieler Mamaev und Kokorin sind die Leser unseres Newsletters bestens informiert. Tatsächlich liest man häufig einen Vergleich zu Eduard Streltsov in den Kommentarspalten russischer Medien und in den sozialen Medien. Zur Erinnerung: Die sowjetische Fußballlegende Streltsov war 1958 angeklagt worden, betrunken eine Frau vergewaltigt zu haben. Allerdings gibt es bis heute erhebliche Zweifel an den Aussagen von Zeugen und der Frau. Streltsov bekannte sich vor Gericht schuldig, allerdings weil man ihm versprochen hatte, trotz allem 1958 im Weltmeisterschaftsteam der Sowjetunion dabei sein zu dürfen (was aber nicht geschah). Es wird vermutet, dass die Verurteilung eine politische Dimension hatte, weil Streltsov den Sowjetautoritäten zu berühmt geworden war. Parallelen zwischen dem aktuellen und historischen Fall gibt es also nicht wirklich. 1963 wurde Streltsov aus der Haft entlassen. 1965 wurde auch sein Bann aufgehoben, worauf er wieder für Torpedo Moskau spielen konnte. In einem Beitrag von Sports.ru geht es nicht um vermeintliche Parallelen zwischen den beiden Fällen, sondern darum, wie Streltsov den Weg zurück in den Topfußfball und zu seiner Form fand - eine Frage, die sich auch für Mamaev und Kokorin stellt. Auf seine Rückkehr bereitete sich Streltsov, damals 27 Jahre alt, mit einem individuellen Training unter Anleitung des ehemaligen Trainers Aleksej Anisimov in Sotschi vor. Das Spiel seiner Mannschaft und das in der Liga hatte sich in Streltsovs Abwesenheit verändert. Es war athletischer und technischer geworden. Streltsov begriff also, dass es schwer für ihn werden würde, was sich im ersten Spiel bestätigte. Der Torpedo-Spieler wurde durch eine effektive Deckung der "Neftjaniker" aus dem Spiel genommen. Die Partie ging 0:3 verloren. Auch im zweiten Spiel (das 2:0 gegen Samara gewonnen wurde) sah Streltsov noch sehr blass aus. Seine früheren Stärken konnte er nicht ausspielen. Es dauerte bis zum 16. Spieltag, bis er sich in die neue Spielweise eingefunden hatte und auch mal wieder das Tor traf. Letzten Endes erzielte er zwölf Tore in 26 Spielen. Der Sprung in die Nationalmannschaft und damit zur Weltmeisterschaft 1966 blieb ihm allerdings verwehrt. Die Autoritäten, so der Autor des Artikels, hätten Bedenken gehabt, Streltsov mit ins Ausland zu nehmen, da er kein gutes Vorbild für die Jugend abgegeben habe und auch nicht als Aushängeschild eines kommunistischen Musterknaben taugte. Erst nach 1966 konnte sich Streltsov auch in der sowjetischen Sbornaja rehabilitieren. 
UKRAINE 


Fanaktionen gegen Korruption
Im letzten Newsletter berichteten wir von der Solidaritätsaktion ukrainischer Fußballsfans gegen Korruption und für zivilgesellschaftliche Aktivisten wie die ermordete Katja Handzjuk, deren Mord immer noch nicht aufgeklärt wurde, Auch das Europa League-Rückspiel gegen Chelsea in Kiev nutzten Fans von Dynamo Kyiv für eine solche Aktion, wie das Sportportal Tribuna berichtete. Auf einem Banner, das in der zweiten Halbzeit entrollt wurde, forderten die Fans die Aufklärung des Mordes an Handzjuk. Auf anderen Bannern wurde gefordert, die "Schweine" (korrupte Politiker etc.) ins Gefängnis zu bringen. In der ersten Halbzeit des Spiels, das Dynamo haushoch verlor, gab es eine Choreographie der Dynamo-Ultras, bei der die Flagge der ukrainischen Seestreitkräfte zu sehen war - eine Solidaritätsaktion für die ukrainischen Matrosen, die bei dem Vorfall in der Straße von Kertsch Ende November 2018 durch russische Soldaten verhaftet worden waren und nun vor russischen Gerichten stehen. Die Ultras hatten sich schon zu einem früheren Zeitpunkt für die Kriegsgefangenen eingesetzt.


Pleite eines weiteren ukrainischen Vereins
Sportarena berichtet von einem weiteren Verein, der in ernsten finanziellen Schwierigkeiten steckt. Dabei handelt es sich um den Klub FK Zirka Kropyvnytskyi, der 1911 aus einer britischen Fabrik hervorging, der im Gebiet Kirovohrad sein Zuhause hat und aktuell in der Persha Liha spielt, sich dort mit nur vier Punkten abgeschlagen auf dem vorletzten Platz befindet. Der Verein hatte bereits Mitte Februar vermeldet, dass er seine Mannschaft aus der zweithöchsten Spielklasse zurückziehe und nicht aus der Winterpause zurückkehren werde. Allerdings wolle man die Arbeit im Nachwuchsbereich aufrechterhalten. Sportarena hat recherchiert und herausgefunden, dass die entsprechenden Unterlagen zur Abmeldung der Mannschaft nach dem 18. Februar 2019 nicht beim ukrainischen Fußballverband eingegangen sind - was bedeutet, dass der Verein eigentlich noch existiert und demnach verpflichtet ist, am Spielbetrieb der Persha Liha teilzunehmen und auch seine Spieler zu bezahlen. Vor dem verkündeten Rückzug aus der Liga hatte der Verein keine Schulden bei seinen Spielern, danach seien allerdings keine Gehälter mehr gezahlt worden. Die entsprechenden Dokumente, so erfährt man in dem Artikel, seien nicht eingereicht worden, weil man in der Stadt noch Hoffnung auf die Rettung des Traditionsklubs habe. Denn wenn der Rückzug des Vereins offiziell bestätigt wird, verliert der Verein seinen Status als Profiverein in der Ukraine und muss neu in den Amateurligen anfangen, was bekanntlich ein hartes Brot ist, um wieder nach oben zu kommen.
  •  
Auferstanden aus Ruinen
An der Spitze der Persha Liha in der Ukraine, also in der zweithöchsten Klasse des Landes, stehen zwei Vereine, die auch die gesellschaftspolitische Entwicklung der Ukraine in den jüngsten Jahren widerspiegeln. Auf Platz 1: Dnipro-1, ein Verein, der im März 2017 nach dem Niedergang des Traditionsvereins FC Dnipro gegründet und nach einem Freiwilligenbatallion benannt wurde (siehe auch in dieser Ausgabe unter "Aus deutschen und internationalen Medien"). Auf Platz 2: Metallist 1925 - der Nachfolgeverein des Vereins FC Metallist Charkiv, der 2016 bankrott ging, u.a. weil sein Eigner, der Oligarch Sergej Kurchenko, nach Russland floh. Im Stadion des Ursprungsvereins, in dem aktuell auch der Exilverein Shakhtar Donezk seine Heimspiele austrägt, fand am 23. März 2019 das Spitzenspiel der Persha Liha statt. Es kamen 22.363 Zuschauer in Stadion, eine schier astronomische Zahl für ein Spiel der zweithöchsten Spielklasse in der Ukraine. Das Sportportal Tribuna hat mit Dmitrij Klimenko einen Reporter zu dem Spiel geschickt, dessen Atmosphäre er in einer Reportage beschreibt. Im Text zitiert der Reporter einen Dialog, den er mit Metallist-Fans führte und der ein wenig Aufschluss über die verworrene Lage im ukrainischen Fußball gibt: 

Reporter: "Ich habe gehört, dass das hier jetzt andere Vereine sind, und eben nicht jene "Metallist" und "Dnipro"...

Fan: "Ja, das ist uns aber jetzt egal, das hier ist eine prinzipielle Rivalität Metallist - das ist die Mannschaft unserer Stadt. Dass es da in der Mannschaft auch Brasilianer gab, ist eine Sache. Selbst in dieser gibt es mittlerweile Brasilianer. Das ist nicht wichtig, diese oder jene Mannschaft. Metallist ist im Herzen. Wir wollen die Wiederauferstehung, wir wollen gegen Dynamo und Shachtar spielen."

Reporter: "Shachtar spielt ja auch bei uns. Geht Ihr dahin?"

Fan: "Ja, wir gehen dahin. Die Jungs sind uns nicht fremd. Aber Metallist - das ist unser Heimatverein."

Das Spiel gewann Dnipro-1 knapp mit 2:1 und sicherte damit den ersten Platz, der zum direkten Aufstieg in die Premjer Liha führt, während der Aufstieg für Metallist 1925 möglicherweise über die Relegationsspiele geht.


Rassismusvorfall bei Dynamo Kyiv?
Nach dem Ende des Achtelfinal-Rückspiels in der Europa League, das Chelsea gegen Dynamo Kyiv mit 5:0 in der ukrainischen Hauptstadt gewann, wandte sich der Londoner Mittelfeldspieler Callum Hudson-Odoi an den Schiedsrichter der Partie und teilte ihm mit, dass er von Fans der ukrainischen Mannschaft rassistisch beleidigt worden sei. Hudson-Odoi gab an, in der zweiten Spielhälfte "Affenlaute" in seine Richtung gehört zu haben. Der Verein Dynmao Kyiv stritt die Anschuldigungen ab und nahm seine Fans in einer offiziellen Pressemitteilung in Schutz - mit dem Hinweis, dass selbst die Beobachter der Organisation FARE, die UEFA-Sicherheitsbeauftragten und auch die Schiedsrichter des Spiels von der mutmaßlichen Beleidigung nichts mitbekommen hätten. Der Fall wird nun auf Antrag von Chelsea von der UEFA untersucht. 
BELARUS


Neuer Verbandspräsident kommt vom Militär
In der letzten Ausgabe unseres Newsletters haben wir über die Wahl des neuen russischen Fußballverbands-Präsidenten Aleksandr Dyukov berichtet. Nun gibt es auch im Nachbarland Belarus einen neuen Chef des dortigen Fußballverbandes (ABFF), der am Mittwoch, 27. März 2019 gewählt wurde. Wie in Russland gab es ebenfalls nur einen Kandidaten für diesen Posten. Bei dem neuen Verbandspräsidenten handelt es sich um einen Mann, der sehr viel Erfahrung im Militärwesen hat. Sein Name: Vladimir Bazanau. Dieser wurde 1957 in Russland geboren. Er absolvierte die Artillerie-Militärakademie von Kolomenskoe bei Moskau und war u.a. Militärkommissar im Brester Gebiet, wie die Zeitung Nasha Niva schreibt. Seit 2012 ist er Mitglied des Repräsentatenhauses. Und er sitzt im Präsidium der Brester Abteilung der Bewegung "Belaja Rus", die Präsident Lukaschenka unterstützt. Zudem war er drei Jahre lang Vorsitzender des Vereins Dinamo Brest. Bei Bazanau handelt es sich also zweifelsfrei um einen Mann aus dem Regime Lukaschenka, was für den höchsten Posten beim ABFF keine Überraschung darstellt. Vielleicht auch ein Grund, warum es in der belarussischen Presse keine Diskussionen oder Analysen zu dem angehenden Präsidenten gibt. Auch der noch amtierende Verbandspräsident Sjarhej Rumas ist ein Mann des Systems, allerdings wesentlich jünger (1969 geboren) und prominenter. Der Ökonom war Vorsitzender des Vorstands der Belagroprombank und stellvertretender Premierminister (2010 - 2012). Dem ABFF stand er seit 2010 als Präsident vor. 
In seiner ersten Pressekonferenz nach der Wahl stellte sich Bazanau den Fragen von Medien und Journalisten. Das Portal Tribuna hat die komplette PK, die 13 Minuten dauerte, mitgeschrieben. Die erste Frage, die an den neuen Verbandspräsidenten gestellt wurde: "Welches sind die ersten Schritte, die Sie als neuer Verbandspräsident unternehmen werden?" Bazanaus Antwort: "Natürlich bleibt noch viel zu tun. Erstens in der Infrastruktur. Wir fragen uns, warum die Isländer mit 300.000 Einwohnern bei der Euro- und Weltmeisterschaft spielen. Dort gibt es einfach viele Fußballfelder! Wir müssen unsere Aufmerksamkeit auf den Fußball im Nachwuchsbereich legen. Wir haben nicht genügend Felder, um zu jeder Jahreszeit trainieren zu können. Es gibt ein gutes Programm, dank dessen die Fußballhallen in Minsk, Grodno und Brest gebaut wurden. Kinder können dort bei Kälte und Schnee trainieren. Wir werden uns mit diesen Fragen beschäftigen. Nicht nur ich, sondern auch meine Stellvertreter und auch die regionalen Fußballverbände. Trotzdem sollten Kinder in den Regionen trainieren. Wir haben ihnen geholfen und wir werden sie weiter unterstützen. Schauen Sie sich an, wie viel Sergey Nikolayevich Rumas bereits getan hat. Vielleicht zeigen wir an bestimmten Stellen nicht die wünschenswerte Ergebnisse, aber für unseren Fußball wurde bereits viel getan."




Aufstieg vollzogen
Über den Klub NFK Krumkachy (Die Raben) haben wir vor allem im vergangenen Jahr berichtet, als der Verein aus der höchsten Spielklasse in die dritthöchste aufgrund von finanziellen Problemen zwangsabsteigen musste. Als Zweitplatzierter in der Saison 2018 ist dem Verein, der 2011 als Faninitiative gegründet wurde, der direkte Aufstieg in die zweithöchste Klasse gelungen. Diese Woche teilte der der Verein mit, dass er die Lizenz für die "Pershaja Liha" erhalten habe. Wir freuen uns mit Verein und Fans, von denen schon einige an unseren Seminaren und Workshops teilgenommen haben.


Nachwuchsprobleme im belarussischen Fußball
Für die belarussische Ausgabe der Zeitung Komsomolskaja Pravda beschäftigt sich Journalist Vladimir Kriulin, der auch schon an unseren Seminaren zur "Fußball-Fankultur in der Offenen Gesellschaft" teilgenommen hat, mit der Frage, warum die belarussische Nationalmannschaft unter allen 55 Teams der EM-Qualifikation die älteste stellt. Im Schnitt sind die Spieler der "Belyja Krylja" (Weiße Flügel), wie die Nationalmannschaft auch genannt wird, nämlich 29,6 Jahre alt. Unter den Topteams stellt Portugal mit durchschnittlich 27,3 Jahren die älteste Mannschaft. Der Autor des Artikels sieht die Gründe für das fortgeschrittene Alter in den allgemeinen Herausforderungen, mit denen auch die belarussische Gesellschaft zu kämpfen hat. Die belarussische Nachwuchsnationalmannschaften hätten dreimal die Endrunde zur Europameisterschaft erreicht, nämlich 2004, 2009 und 2011. Dafür verantwortlich waren die Geburtenjahrgänge 1981 - 1983, 1986 - 1987 и 1988 - 1989. Eben in den Jahren der EM-Teilnahme gab es die höchsten Geburtenrate in Belarus, die stetig zurückgeht. Kriulins Schlussfolgerung: "In unserer Wirklichkeit einen Topsieler heranzuziehen ist sehr schwierig, vor allem, wenn es kein Material gibt." Die Zukunft des belarussischen Fußballs sieht also alles andere als rosig aus. Die beiden ersten EM-Qualifikationsspiele gingen auch verloren (0:4 gegen die Niederlande, 1:2 gegen Nordirland).


Dynamo-Legende im Pophimmel
Zum Schluss ein fankulturelles Schmankerl aus der Welt des belarussischen Pops: Am 29. März 1988, also vor 30 Jahren, verstarb die belarussiche Fußballlegende Aleksandr Prokopenko. Der damals 35-Jährige war mit der Mannschaft von Dynamo Minsk im Jahr 1982 sowjetischer Meister geworden. Es war das einzige Mal, dass eine belarussische Mannschaft diesen Erfolg erreichen konnte. Zwischen 1972 und 1983 spielte Prokopenko 308 mal für die Blau-weißen und erzielte 97 Tore. Die Popgruppe Belaruskie Pesnjary, die zur Zeit der Sowjetunion als die "sowjetischen Beatles" galten, hat dem Spieler nun ein musikalisches Denkmal gesetzt, das die Zeitung Narodnaja Volja (Volkswille) veröffentlicht hat
AUS DEUTSCHEN UND INTERNATIONALEN MEDIEN


"Mit den Vereinen und Fans auf der Krim gibt es keinen Austausch"
Fünf Jahre ist es nun her, dass Russland die Halbinsel Krim annektierte. In älteren Ausgaben unseres Newsletters haben wir immer wieder darüber berichtet, welche Folgen die Annexion auch für den Sport und für die dortigen Fußballvereine hatte, die heute in einer eigenen Liga und nicht unter dem Dach des russischen Fußballverbandes spielen. Dieser liefe sonst Gefahr, von der FIFA und UEFA sanktioniert zu werden. Sprich: Russische Vereine dürften dann womöglich nicht mehr an der Champions League oder Europa Liga teilnehmen. Der Deutschlandfunk hat mit Bohdan Jaremenko, Leiter der NGO „Maidan of foreign Affairs“, über den Sport auf der Krim gesprochen. In dem Interview wird auch der bekannt Verein Tafriya Simferopol thematisiert, der 2014 als FC TSK Simferopol neu gegründet wurde und weiterhin auf der Krim spielt, während eine weitere Neugründung des Vereins im ukrainischen Kernland zuhause ist. Viele Fans des Vereins leben allerdings weiterhin auf der Krim. So fragt der Moderator: "Was ist mit den Vereinen und ihren Fans zum Beispiel bei Tawrija Simferopol. Was denken die darüber?" Die Antwort von Jaremenko: "Vor fünf Jahren, während des Euromaidan in der Ukraine, waren die Fußballfans von Charkiw, viele aus Kiew, aus Lwiw, ein Teil auch von der Krim, die waren ein wesentlicher Teil der Proteste. Nach der Besetzung der Krim habe ich ehrlicherweise noch nie von einer organisierten oder strukturierten Zusammenarbeit zwischen den Fans vom Festland der Ukraine und der Krim gehört. Ich weiß auch warum. Es ist einfach schwierig für die Leute auf der Krim enge Verbindungen mit dem ukrainischen Festland zu pflegen, andernfalls würden sie vom russischen Geheimdienst als Verräter oder verdächtige Personen eingestuft. So versuchen die Menschen keinerlei Verbindungen mit dem ukrainischen Festland zu zeigen. In den Massenmedien gibt es wirklich keine Berichte über irgendeine Art von Austausch oder Konflikten zwischen Fans von Fußballclubs auf der Krim und Vereinen auf dem Festland der Ukraine."


"Die russische Gesellschaft ist nicht wirklich offen"
Ein etwas verspätetes Resümee der WM in Russland kommt von Benjamin Schacherl unter dem Titel "Was von der Party blieb" in der Wiener Zeitung. In dem Text kommen auch einige Altbekannte zu Wort wie beispielsweise Robert Ustian, Gründer der Initiative "CSKA-Fans against Racism", der es vor allem in westlichen Medien zu einer gewissen Bekanntheit gebracht hat. Er sagt: "Die negative Berichterstattung zuvor war so heftig, dass wir gezweifelt haben, ob wir das schaffen können... Russland hat aber erkannt, dass es ein gastfreundliches, positives Land sein kann." Der Autor geht mit der im Allgemeinen positiven Rückschau auf die WM auch kritisch ins Gericht: "Die WM-Ausrichtung wurde zur obersten Staatspriorität. Nach offiziellen Angaben wurden umgerechnet neun Milliarden Euro für den Bau von Stadien und die Sanierung der Infrastruktur ausgegeben. Das Turnier war damit das teuerste in der Geschichte des Fußballs. Als besonderes Zuckerl hatte der Staat dafür gesorgt, dass Fans und Journalisten gratis mit den Zügen durchs Land reisen können. Der Zugverkehr wurde massiv ausgebaut und von den Fans stark nachgefragt. Auch in den Austragungsorten ist reichlich investiert worden. Die Hälfte der WM-Stadien wurde neu gebaut. Doch noch während das Turnier lief, sackte die neugebaute Promenade in Nischni Nowgorod nach starken Regenfällen um einige Meter ab. Erhebliche Baumängel wurden auch in Wolgograd, Kaliningrad und Samara festgestellt." Zum Schluss des Beitrags kommt auch Alfred Miniachmetow zu Wort. Er war während der WM Projektleiter des Diversity Houses in Sankt Petersburg. Er sagt: "Die russische Gesellschaft ist leider nicht wirklich offen. Und die Regierung ist alles andere als tolerant", meint Miniachmetow. Eine nachhaltige, gesellschaftliche Veränderung könne auch die WM nicht herbeiführen. Ähnlich sieht das auch Tretyak vom CAC. "Man kann die WM als fünfwöchigen Traum beschreiben", sagt sie. "Es war eine schöne Party, aber danach ist alles wie vorher."


Aufbruch in eine erbitterte Rivalität
Auch die tragische Geschichte des Traditionsvereins FC Dnipro, der 1918 gegründet wurde und der noch 2014/15 im Finale der Europa League stand, haben wir an dieser Stelle häufiger thematisiert. Aktuell spielt der Verein in der ukrainischen Amateurliga, wohin er von der FIFA verbannt wurde, weil er häufiger Spielergehälter nicht zahlen konnte. Der Oligarch Ihor Kolomoyskyi, immer noch Eigner des Vereins, hat die Zahlungen drastisch reduziert. Mittlerweile gibt es auch die Neugründung Dnipro-1, ein Verein, der auf dem Sprung in die höchste Spielklasse des Landes ist, der aber von den eigentlichen Dnipro-Fans gemieden wird. Das Portal TheFootballTimes widmet der Geschichte und dem Absturz des Vereins in die Bedeutungslosigkeit ein langes Stück, das von Brad Jones geschrieben wurde. Der Autor schließt den Bericht mit diesen Worten: "Während der Kampf um die rechtmäßige Überlegenheit in der Stadt beginnt, haben ehemalige Fans, die mit Dnipros Nachfolgeverein nicht einverstanden sind, ein neues Team gebildet: den FC Dnipro 1918. Leider sind die lebenslangen Erinnerungen an die harmonische Zeiten, als es nur einen Stadtverein gab, so gut wie vergessen, da die Finalisten der Europa League aus dem Jahr 2015 von innerhalb nur vier Jahren in das Aus gespült worden sind. In einer aufkommenden Ära, in der zwei Vertreter von Dnipro auf dem Gipfel des ukrainischen Fußballs spielen könnten, zeichnet sich jedoch eine erbitterte Stadtrivalität ab."


Ein Schweizer in der ukrainischen Fußballwelt
Seit 2018 hat die ukrainische Premjer Liha einen Schweizer als Boss: nämlich Thomas Grimm, der bereits als Funktionär für die UEFA und FIFA tätig war. Für den europäischen Fußballverband hat der Jurist die Rechtsabteilung aufgebaut. Samuel Tanner hat den 59-Jährigen für die NZZ nach Kiew begleitet und ihn gefragt, was ihn an dem Job in der Ukraine gereizt habe. Der Autor schreibt: "Thomas Grimm sagt: ,Die Herausforderung ist sehr gross, aber genau das hat mich gereizt.´ Es ist unter Führungskräften ein beliebter Satz. Je grösser die Herausforderung, desto bedeutender wird, wer sie annimmt. Gleichzeitig bietet der Satz präventiv Schutz vor einem möglichen Scheitern." Tanner beschreibt die fremde Welt, in der sich Grimm bewegt: "Thomas Grimm bewegt sich in einer besonderen Welt, bevölkert von Oligarchen und zwielichtigen Funktionären, in der man nie weiss, wem man vertrauen kann. Der ukrainische Fussball lebt traditionell von zwei grossen Vereinen. Dynamo Kiew wird von der Familie Surkis geführt, zwei milliardenschweren Brüdern mit interessanter Vergangenheit. Gemeinsam versuchten sie in den neunziger Jahren, einen Schiedsrichter mit teuren Pelzmänteln zu bestechen. Die Spiele von Dynamo lassen sie von einem eigenen Fernsehsender übertragen. Schachtar Donezk, der andere grosse Verein, wird von Rinat Achmetow geführt, dem reichsten Mann des Landes, dem ebenfalls eigene Fussballsender gehören, die wiederum die Spiele von Schachtar übertragen. Achmetow lebt heute in London." Über den ukrainischen Fußball erfährt man in dem langen Stück nichts Neues, aber man lernt einige Pläne von Grimm kennen. So will er die TV-Rechte erstmals in der ukrainischen Liga zentral vermarkten.


Ehemaliger Portsmouth-Eigentümer muss ins Gefängnis
Der Russe Wladimir Antonow erwarb Mitte 2011 den englischen Fußballverein Portsmouth FC, der damals in der zweiten englische Liga (Championchip) spielte. Allerdings gab Antonow die Eigentümerschaft nach fünf Monaten schon wieder auf. BBC.com vermeldet nun, dass der russische Millionär in seinem Heimatland zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden sei. Und zwar für einen Kredit über rund 2,02 Millionen Euro, der von der Sowetskij Bank über die Vermittlung Antonows an ein Unternehmen geflossen sei. Allerdings soll der Geschäftsmann gewusst haben, dass das Unternehmen nicht liquide gewesen sei, um den Kredit zurückzahlen zu können. Auch in der Vergangenheit war Antonow bereits mit dem Gesetz in verschiedenen Ländern in Konflikt geraten.


Pogrebnjak und der Rassismus
Der russische Fußballspieler Pawel Pogrebnjak ist auch in Deutschland bekannt, da er zwischen 2009 und 2012 für den VfB Stuttgart spielte. AKtuell ist er beim russischen Premjer Liga-Verein Ural Oblast Swerdlowsk unter Vertrag. Seine rassistischen Äußerungen über Ariclenes da Silva Ferreira (genannt Ari), Spieler bei Krasnodar und in der russischen Sbornaja, der aus Brasilien stammt und 2018 die russische Staatsbürgerschaft erhielt, wurden im deutschsprachigen Raum von Nachrichtenagenturen aufgegriffen und verbreitet. Pogrebnjak hatte sich in einem Interview mit der Zeitung Komsomalskaja Pravda wie folgt geäußert: "Es ist lächerlich, wenn ein schwarzer Spieler für das russische Nationalteam spielt... Ich bin gegen Einbürgerungen. Das braucht es nicht. Ich verstehe nicht, warum Ari einen russischen Pass bekam." Auch BBC.com berichtet über den Fall und vermeldet, dass Pogrebnjaks Äußerungen von der Ethik-Kommission der russischen Fußballverbandes geprüft würden. Auch der neue Verbandschef Dyukov hatte Pogrebnjaks Entgleisung gerügt. Wie am vergangenen Dienstag bekannt wurde, muss der Spieler eine Strafe von umgerechnet 3400 Euro zahlen. Falls er in dieser Saison nochmals auffällig werden sollte, wird er zudem bis zum Jahresende gesperrt. Dem Bericht auf BBC.com zufolge hat auch Michail Fedotow Pogrebnjaks Beleidigung kritisiert. Der Chef des präsidialen Menschenrechtsrates sagte, dass die Worte des russischen Spieles "nach Rassismus" röchen.


Moraes spielt für die Ukrainer
Vor dem EM-Qualfikationsspiel gegen Portugal (das 0:0 endete) berief der Trainer der ukrainischen Nationalmannschaft Andrij Schewtschenko Schachtar-Stürmer Junior Moraes ins Team. Der geborene Brasilianer spielt seit sieben Jahren in der Ukraine und erhielt nun die ukrainische Staatsbürgerschaft. Er ist der dritte brasilianische Spieler, der es so ins ukrainische Nationalteam schafft, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Moraes war 2012 in die Ukraine zu Metallurh Donetsk gewechselt, dann zu Dynamo Kyiv, wo er sich zum Goalgetter entwickelte. Aktuell ist er für Schachtar der Topscorer in der ukrainischen Premjer Liha.
IN EIGENER SACHE




Seminar zur Fußball-Fankultur

Am 19. März 2019 ist nach einer Woche unser Seminar "Fußball-Fankultur in der Offenen Gesellschaft" mit einem geselligen und auch emotionalen Abend in der Fußballkneipe Panenka zu Ende gegangen. Es standen Treffen und Gespräche mit Fanbeauftragten von Fußballvereinen auf dem Programm, Einblicke in die Arbeit von sozialpädagogischen Fanprojekten, Treffen mit Amateurvereinen wie Türkiyemspor Berlin, mit Faninitiativen wie der Hertha Fanhilfe oder Fußballfans gegen Homophobie oder mit Journalisten, die sich in ihrer Arbeit der Fußball-Fankultur widmen. Zudem waren wir beim Berliner Fußballverband zu Gast und bei der Polizeidirektion 2 der Polizei Berlin eingeladen, wo wir einiges über die Arbeit der Polizei bei Fußballspielen erfuhren. Und natürlich besuchten wir auch Fußballspiele von Hertha BSC und dem Berliner AK. Nach mittlerweile fünf Jahren, in denen wir diese Seminare veranstalten, sind wir immer wieder erfreut und auch berührt, wie sehr die hiesige engagierte Fankultur und das zivilgesellschaftliche Ringen um den "Fußballraum" von unseren TeilnehmerInnen als Inspiration aufgenommen wird und wie respektvoll und verständnisvoll die Gruppe trotz aller politischen Konflikte zwischen ihren Ländern in der Woche in Berlin miteinander umgeht. An dieser Stelle ein großes, fettes Danke an alle, die uns unterstützt haben und uns unterstützen, die ihre Zeit und ihr Wissen mit uns geteilt haben! Das schöne Foto stammt von Oleksandr Serdyuk.




Treffen mit Russland-Beauftragten der Bundesregierung
Am 12. März 2019 war unser Projekt ins Auswärtige Amt zu einem Gespräch mit Dirk Wiese, Russland-Beauftragter der Bundesregierung, geladen. In dem einstündigen Treffen stellten wir Fankurve Ost vor und berichteten von den Fußballszenen in Osteuropa und ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung wie beispielsweise in der Ukraine. Auf seinem FB-Account schrieb Wiese über unser Treffen: "Richtig guter Austausch mit Ingo Petz und Peter Liesegang von der NGO „Fankurve Ost - Fußball und Gesellschaft“. Über engagierte Fußball-Fankultur baut die NGO Brücken nach Belarus, in die Ukraine und nach Russland und liefert Informationen zu Debatten und Entwicklungen rund um den Fußball in Osteuropa."


Workshop in Berlin
Im November 2017 haben wir von Fankurve Ost erstmals einen Workshop organisiert, bei dem 30 Vertreter aus der Ukraine, aus Belarus, Russland und Deutschland diskutierten, inwieweit deutsche Fanprojekte und deren langjährige Erfahrungen, Ideen und Impulse liefern oder gar eine Blaupause sein könnten, um in Osteuropa analoge sozial-pädagogische Projekte rund um Fußball zu etablieren. Der zweite Workshop dieser Art fand im September 2018 in Kyiw statt. Vom 3. bis 6. April 2019 wird der dritte Workshop in Berlin stattfinden, in den Räumlichkeiten des Fanprojekts Berlin, das auch als Partner der Veranstalter fungiert. Während des Workshops wollen wir diskutieren und erörtern, wie Partnerschaften oder Kooperationen zwischen deutschen/internationalen Fanprojekten und den entstehenden Projekten in Osteuropa geschaffen werden können. An dem Workshop nehmen rund 25 Leute aus der Ukraine, aus Belarus und aus Russland teil sowie Mitarbeiter deutscher Fanprojekte und der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS). Zudem werden wir ein Präsidiumsmitglied des Hamburger Vereins HFC Falke zu Gast haben, das darüber berichten wird, warum und wie Fans des HSV einen eigenen Fußballverein gründeten.


Wir in der Presse
In der neuen Ausgabe des ballesterer gibt es einen langen und toll geschriebenen Artikel von Nicole Selmer. Die stellvertretende Chefredakteurin der Fußballzeitschrift hat unser Projekt im Februar in die Ukraine begleitet. In Ihrer Reportage beschreibt sie, welche Auswirkungen der Krieg auf den Fußball hat und wie sich Leute aufmachen, den Fußball in ihrem Land von unten zu organisieren.

Das war es schon wieder mit unserem bunten Rundumschlag durch den osteuropäischen Fußball. Ende April geht es weiter mit unserem Newsletter. Bis dahin: Alles Gute!


EURE FANKURVE OST
Unser Träger:                                                      Mit freundlicher Unterstützung von:



Fankurve Ost respektiert die Privatsphäre und möchte kostbare Zeit nicht durch unerwünschte E-Mails strapazieren. Wenn Sie unseren Newsletter künftig nicht mehr erhalten möchten,
klicken Sie bitte hier: unsubscribe from this list.


 
ist ein Projekt des
DRA e.V., Badstr. 44, 13357 Berlin
Geschäftsführer: Stefan Melle
Vereinsregister: VR12005
Tel. +49 (0)30 446 680 0
E-Mail: info@austausch.org






This email was sent to <<E-Mail>>
why did I get this?    unsubscribe from this list    update subscription preferences
DRA · Badstr. 44 · Berlin 13357 · Germany

Email Marketing Powered by Mailchimp