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Made in Aachen Newsletter Nr.2, Okt 2017


 Kurzvorstellung der Referenzräume Aachens
 Branchen & Produkte der urbanen Produktion in Aachen
 Drei Zukunftswerkstätten - ein Ziel
 Potentiale und Handlungsempfehlungen urbaner Produktion
 MIA Expertisen - Bündelung der Projektergebnisse

Kurzvorstellung der Referenzräume Aachens

 
 
Luftbild mit den Referenzräumen Aachen-Nord (rechts im Bild) und Aachen-West (links im Bild). Dargestellt ist ferner die Verteilung von Unternehmen des produzierenden Gewerbes sowie von Unternehmen mit produktionsbezogenen Dienstleistungen. Kartengrundlage: Land NRW (2017), Datenlizenz Deutschland - Namensnennung - Version 2.0


Im Rahmen des Projektvorhabens MIA werden die Prozesse der „(Re-)Integration von Produktion im urbanen Raum“ in einer empirischen Untersuchung in zwei Aachener Stadträumen vertieft:
 
Der Referenzraum Aachen-Nord (16,5 ha) ist als historisch gewachsener Industriestandort von Fabrikanlagen und mehrgeschossigen Blockstrukturen geprägt: vor allem die Betriebe des produzierenden Gewerbes Zentis, Talbot und Fecken-Kirfel entlang der Jülicher Straße fallen ins Auge. Daneben sind die übrigen 185 Betriebe des verarbeitenden Gewerbes und der Dienstleistung,– vom Technologiezentrum am Europaplatz abgesehen – weniger präsent. Ein verhältnismäßig hoher Anteil an Personen mit Migrationshintergrund, viele Haushalte mit Kindern und ein hoher Anteil an Erwebslosen deuten auf die typische Bevölkerungszusammensetzung eines ehemaligen Arbeiterstadtteils hin.
Das Stadtklima ist durch Verkehr, Flächenversiegelung und erhöhte Lärmemissionen belastet, wobei der nahegelegene Freiraum im Bereich des Gutes Kalkofen einen Ausgleich bietet.
Impulse erfährt das Gebiet durch die Förderkulisse des Programms „Soziale Stadt“ sowie die begonnene Konversion des ehemaligen Schlachthofs und die Nachnutzung von Brachflächen. Urbane Produktion stellt sich hier als dichtes Nebeneinander von „alter“ und „neuer“ Produktion dar.
 
Im Referenzraum Aachen-West (13,5 ha) fällt entlang der Süsterfeldstraße die Zweiteilung der baulich-räumlichen Struktur auf – den südlichen Bereich prägen Blockstrukturen mit Wohnnutzung und den nördlichen Bereich Solitäre mit vorwiegend gewerblicher Nutzung wie die Süßwarenhersteller Lindt und Lambertz sowie ein hoher Anteil an Dienstleistungsbetrieben und Unternehmen der Hightech-Branche. Die bauliche Entwicklung vollzog sich hier im Wesentlichen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Die Nähe zur Universität spiegelt sich in einer studentisch geprägten Bevölkerungsstruktur wider, was auch der hohe Anteil an Ausländern aus asiatischen Ländern und das niedrigen Durchschnittsalter von 31 Jahren zeigen.
Das Gebiet ist hohen Umweltbelastungen ausgesetzt und bietet wenig Ausgleichsräume. Die derzeit größte Brachfläche auf dem ehemaligen Bahngelände soll in naher Zukunft als Campus-West entwickelt werden. Von dieser Nachnutzung könnten Impulse für eine stärkere urbane Entwicklung in dem bislang eher suburban geprägten Raum ausgehen.

Branchen und Produkte der urbanen Produktion in Aachen

 


Die disruptiven Veränderungen, welche sich aus dem Megatrend der Urbanisierung ergeben, können auch bei Branchen und Produkten der innerstädtischen Produktion ausgemacht werden. Der Trend geht in Richtung individualisierter Produkte. Dazu zählen neben Sonderanfertigungen und einer variantenreicheren Serienproduktion auf den Kunden ausgerichtete und individualisierte Produkte. Die Planung und Ausführung der Wertschöpfungsprozesse werden unsystematischer, sodass sich Wettbewerbsvorteile durch Kompetenzen und Erfahrungswissen auf diesem Gebiet erzielen lassen. Die Konfiguration und Segmentierung durch Modularisierung im Produktentstehungsprozess prägt sich stärker aus. Effizienz- und Produktivitätssteigerungen sind in erhöhtem Maße notwendig, um den neuen Herausforderungen zu begegnen. Durch einen gezielten Aufbau eines spezifischen Produkt- und Pozessspektrums sowie die Flexibilisierung der Produkte, Prozesse und Unternehmensstrukturen können weitere Vorteile erzielt werden. In Aachen ist ein Großteil der urbanen Produktion den Nahrungs- und Futtermitteln zuzuordnen. Zudem sind Metallwaren- und Maschinenerzeugnisse zu nennen, welche ebenfalls im oberen Segment liegen. Weitere Produktspektren liegen bei Druckerzeugnissen, Holz- sowie Holz- und Korkwaren, Datenverarbeitungsgeräte und Glaswaren. 

Drei Zukunftswerkstätten - ein Ziel

 
 

Die Zukunftswerkstätten beschäftigen sich mit der Frage wie die Produktion in Aachen im Jahr 2030 aussieht. Nachdem bereits Anfang Juli die erste Zukunftswerkstatt stattgefunden hat, ging die Veranstaltungsreihe am 05. September 2017 in die zweite Runde. Im Juli wurde nach der Urbanen Fabrik gefragt: „Wie sieht die Produktionsstätte der Zukunft aus?“. Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Stadt mussten sich der Herausforderung stellen, die Urbane Fabrik der Zukunft zu planen. Ausgehend vom Geschäftsmodell, über das Produkt, die Fertigung, die Rolle der Digitalisierung bis hin zu den Räumlichkeiten, denn bei der Fabrik der Zukunft muss es sich nicht um ein traditionelles Fabrikgebäude handeln?! Für die zweite Zukunftswerksatt wurde dann der Fokus erweitert: „Produktion & Nachbarschaft – Welche Nutzungsmischungen und Synergien sind denkbar?“. Zunächst wurden die verschiedenen Wechselwirkungen und Einflussgrößen, wie Emissionen und Nebenprodukte, Akzeptanz und sozioökonomische Integration sowie planerische Rahmenbedingungen diskutiert. Da daraus resultierenden Kriterien für eine erfolgreiche Standortplanung wurden in einem Planspiel angewandt, in dem für vier fiktive Unternehmen der passende Standort in Aachen-Nord bzw. Aachen West ausgewählt werden musste. Die finale Zukunftswerkstatt findet am 22. November 2017 statt und wird sich mit folgendem Thema beschäftigen: Infrastruktur & Mobilität – Welche Ansprüche stellen urbane Produktion und Stadt aneinander? Über den Verlauf der drei Zukunftswerkstätten wird den Teilnehmern ein ganzheitliches Bild  vermittelt wie die Produktion in Aachen 2030 aussehen wird.
Weitere Informationen zur Veranstltungsreihe erhalten Sie über unserere Webseite. Hier können Sie sich zudem für die dritte Zukunftswerkstatt "Infrastruktur und Mobilität" anmelden.

Potentiale und Handlungsempfehlungen urbaner Produktion


Die Potentiale urbaner Produktion sind vielfältig und bieten Vorzüge für Akteure auf verschiedenen Betrachtungsebenen. So bietet das Themenfeld urbaner Produktion nicht nur viele Anwendungsmöglichkeiten für innovative technologische Fertigungsverfahren, sondern hält zudem auch Chancen bereit, gesellschaftlich getriebene Trends wie zum Beispiel Urbanisierung, Individualisierung oder das Streben nach Regionalität und Nachhaltigkeit zu nutzen. Die Tatsache, dass es sich um ein sehr junges Forschungsgebiet handelt und dass die Treiber der Entwicklung aus unterschiedlichsten Richtungen entstammen, macht das Themengebiet hoch sensitiv.
Nachfolgende Handlungsempfehlungen konnten für Unternehmen sowie Kommunen identifiziert werden:
  • Individuelle Produktion unter hohem Kundeneinbezug stärken
  • Auswirkungen der Dematerialisierung von Produktion räumlich verorten
  • Digitalisierung und Robotik als Chance der Regionalisierung nutzen
  • Flächenmangel mit vertikaler Integration begegnen
  • City-Logistik Konzepte weiter fördern
  • Untergenutzte Flächen in Wert setzen
  • Synergien durch neue Wertschöpfungsmodelle ausschöpfen
  • Lokale Produktionsnetzwerke und Maker-Spaces schaffen
  • Attraktive Arbeitsplätze schaffen und Fachkräfte binden
  • Standortmarketing und Markenbildung gezielt nutzen
  • Offenen Dialog zwischen Akteuren fördern
Für eine ausführliche Ausführung der Ergebnisse aus dem Arbeitspaket Paradigmenwechsel: Urbane Produktion greifen Sie bitte auf unsere Expertise zu diesem Thema zurück. Diese wird bald unter der Rubrik Expertisen auf der MIA Webseite als Download verfügbar sein. Die Expertise zeigt Auszüge der Dissertation von Sebastian Stiehm mit dem Titel „Gestaltungsparameter für die (Re-) Integration von Produktion in den urbanen Raum im Kontext von Industrie 4.0“, Apprimus Verlag Aachen.

MIA Expertisen - Bündelung der Projektergebnisse

 
Die MIA Expertisen erscheinen als Veröffentlichungsreihe im Rahmen des Projekts MIA (Made in Aachen) und dienen als projektbegleitende Leitfäden für eine nachhaltige Entwicklung urbaner Produktion. Dabei sollen sie informieren und zum Handeln anregen. Zielgruppe sind primär Unternehmen und Kommunen. Ihnen dienen die Expertisen als Hilfestellung für Standortentscheidungen sowie zur Standortentwicklung. Darüber hinaus fungieren die Expertisen als Verstetigungsinstrument, das den fachlichen Transfer der Projektergebnisse in andere urbane Räume sicherstellen soll.
Diesen Monat wird mit Volume 1 die erste Ausgabe der MIA Expertisen erschienen. Unter dem Titel „Gestaltungsparameter urbaner Produktion“ werden die Ergebnisse des Arbeitspakets Paradigmenwechsel: Urbane Produktion gebündelt und zusammengefasst. Bis zum Projektabschluss im Juli 2019 werden weitere Ausgaben der MIA Expertisen folgen. Für das Frühjahr 2018 wird Volume 2 der Expertisen zum Arbeitspaket Screening urbaner Produktion anvisiert.
Impressum

Verbundkoordination MIA
Cybernetics Lab IMA/ZLW & IfU - RWTH Aachen University
Univ.-Prof. Dr.
rer. nat. Sabina Jeschke
Dennewartstr. 27
52068, Aachen
Germany.

Tel./Fax: +49 (0) 241 80 911 65
Internet: www.mia-projekt.de
E-Mail: mia@ima-zlw-ifu.rwth-aachen.de

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