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Wie lang darf ein gutes Buch denn sein? Wie lang darf eine gute Serie sein? Lohnt es sich denn überhaupt, einen visuell anspruchsvollen Film zu drehen? Ein anspruchsvolles Buch zu schreiben?

Die Fragen sind absurd. Und nicht alles was hinkt, ist auch ein Vergleich. Aber niemand würde allgemeingültige Antworten erwarten. Oder beliebig wiederholbare Erfolgsrezepte.
 
Wie lang ist ein guter Podcast? Lohnt es sich überhaupt, zu schneiden, aufwendig zu produzieren?

Diese beiden Fragen höre ich häufig, zuletzt aus dem Publikum der re:publica #rp19, wo eben über TL;DR - Too Long, Didn't Read diskutiert wurde. Und ich merke: Diese Fragen ärgern mich, ziemlich. So sehr, dass sie diesen Tweet entstehen ließen.
Podcasts sind natürlich so lang oder so kurz, wie sie sein müssen. Aufwand kann sich natürlich lohnen, mitunter auf verschiedenste Arten. Muss aber nicht sein - so wie überall. Aber dass 'Too Long, Didn't Listen' nicht pauschal für alle Podcasts stimmt, zeigen jede Menge Podcasts jenseits der 30/60/90-Minuten-Marken.

Ich wünschte, wir würden bei Podcasts mittlerweile weniger über Längen und Bearbeitung als schablonenhafte Grundsatzfragen mit schablonenhaften Grundsatzantworten diskutieren.

Stattdessen mehr und häufiger über: Inhalte, Stile, Qualitäten, Erwartungen, Erfahrungen, Regeln, Regelbrüche, Innovationen, Spaß und Enttäuschungen. Wünsche des Publikums, Wünsche der MacherInnen. Eben über all das, worüber wir bei anderen Medien auch reden.
Ich fürchte:
Solange die immergleichen Schablonen-Fragen an das Medium Podcast gestellt werden, solange werden auch die immergleichen Schablonen-Podcast-Formate die Antwort sein. Bei anspruchsvollen HörerInnen wird sich dann dieses Motto noch weiter festigen:

TL; DL
Too lazy, didn't listen
"There is plenty of room to use audio in surprising ways.
And that willingness to experiment is especially important for newspapers."
- Washington-Post-Podcasterin Martine Powers bei transom.org
Und damit: Hallo zur 19. Newsletter-Ausgabe von Hören/Sagen!
Ausgabe 19
 
- Podcasts & Plattformen - Klappe, die Drölfzigste: re:publica #rp19
- Interview: 'taz'-Redakteurin Anne Fromm über 5 neue Podcasts bei der 'taz'
- Hörtipp: Eine Ode an US-Podcasts von 'Reply All'
- Noch mehr Podcast-Kritik: Von mir, von anderswo
- Linksliste: Ein 'Netflix für Podcasts' namens 'Luminary' scheitert sich zum Start; Die Kapitalisten kommen; Einschlaf-Podcasts; Verlags-Podcasts; "Der weibliche Podcast"; Der Einfluss der Apple Podcast Charts
Erster müder Zwischeneindruck von der re:publica #rp19, meiner ersten vor Ort: Schade, dass Podcasts selbst auf einer Digitalkonferenz so wenig Raum bekommen. Erst recht im Jahr 2019. Und, wortwörtlich zu wenig Raum: Bei nahezu allen von mir besuchten Podcast-Veranstaltungen war das Interesse bisher größer als die Zahl der Stühle, die Räumlichkeiten zu klein für zu große Menschentrauben. Keine Sorge, das wird jetzt kein Orga-Mimimi über Konferenz- und Veranstaltungsalltag.

Dass die 'Day of the Podcast'-Veranstaltungen am ersten Tag der re:publica quasi ausgelagert in den kleinen Räumlichkeiten des 'B-Part' stattgefunden haben, war zumindest gefühlt ein erstes Wegschieben des Thema Podcasts. Geschenkt. Wirklich gestört hat mich aber an den ersten beiden Tagen, dass eine Veranstaltung, die aus der ehemaligen Szene der Blogs (heraus)gewachsen ist, das Thema Podcasts mit all seinen Blog-Parallelen und -Verwandschaften wiederum so stiefmütterlich behandelt. Auch dass Podcasts gerade noch eine der letzten Bastionen der Werte und des Denkens sind, für die die re:publica eben steht: Ein offenes, demokratisches Internet.

Podcasts: Irgendwie stiefmütterlich behandelt

Damit wir uns hier nicht falsch verstehen: Eine Massenveranstaltung wie die re:publica muss jetzt nicht den Bundespräsidenten von der Stage 1 schubsen, um stattdessen über Podcasts abzunerden und meine zugegeben speziellen Interessen zu verhandeln.

Aber ich finde es schon ein Stück weit ironisch, dass auf der re:publica einerseits die Monopolstellung von Plattformen wie Facebook sehr kompetent und ausführlich kritisiert wird. Und andererseits wird zumindest für meinen Geschmack zu wenig darüber gesprochen, dass beim Medium Podcast gerade noch viel verhandelt und austariert wird. Dass Podcasts nicht zwingend den Weg beschreiten müssen, den wir bei anderen Medien mittlerweile gerne rückwärts gehen würden. Dass mit Google teils exakt dieselben Unternehmen in die Podcasts drängen, die ihre Monopole in anderen Bereichen längst gesichert haben und gerade nach dem nächsten Betätigungsfeld suchen. Den Worst Case von 'Big Tech' haben wir schon; ob und in welcher Form wir den Worst Case von 'Big Podcasting' bekommen, ist noch ansatzweise beeinflussbar. In Deutschland vielleicht sogar noch mehr als in den USA. Kam mir alles zu kurz, aber vielleicht waren meine Erwartungen auch zu hoch.

Abzüge in der B-Note gibt es von mir auch dafür, dass die re:publica dann zwar lobenswerterweise 2019 einen Podcast-Preis vergibt - dann aber direkt mit der Streaming-Plattform Deezer. Ich habe nichts gegen den Preis an sich, nichts gegen Deezer. Vor allem habe ich nichts dagegen, wenn neue Inhalte mit wenigen Wochen Abstand zwar erst in eine geschlossene App, schlussendlich dann aber doch in RSS-Feeds und damit allen Podcatcher landen.

Mich wundert einfach ein wenig, dass die mittlerweile ja große, international bekannte re:publica überhaupt einen Partner sucht, um einen Podcast-Preis zu verleihen. Ich frage mich bei meinem ersten re:publica-Besuch: Wenn es jetzt nicht das Thema Podcast wäre, würde die re:publica sonst auch so agieren?
¯\_(ツ)_/¯

Ich weiß es nicht. Aber ich war nicht der Einzige, der sich in Innenhof-Gesprächen dann etwas mehr Programm zu Podcasts, vielleicht mit verschiedenen Schwerpunkten für unterschiedliche Zielgruppen gewünscht hätte.

Thema Podcast auf der #rp19: Für wen eigentlich?

Auf der 'Media Convention' wurde dann zwar erfreulicherweise gleich in zwei Teilen über "Das goldene Zeitalter des Podcastings" gesprochen. Sogar überraschenderweise mit dem Experten schlechthin dafür, mit "Hot Pod"-Newsletter Autor Nick Quah. Aber leider wurde eben auch zwei Mal ohne Akteure und echte Perspektiven aus der deutschsprachigen Podcast-Landschaft/-Branche/-Industrie gesprochen.

Auch merkwürdig: Auf der einen Seite wurde beim ersten Teil am Montag, bald fünf Jahre nach Erscheinen, nochmal gaaaaaanz ausführlich die ersten Staffeln von 'Serial' und 'Startup' erklärt, vorgespielt, kontextualisiert. (Übrigens inklusive des "Diese Schuhe kannst du nicht tragen"-Moments aus der ersten Folge von 'Startup', der für mich mittlerweile der Podcast-Moment ist, der mir am häufigsten bei Vorträgen vorgespielt wurde.) Andererseits wurde im zweiten Teil am Dienstag über das selbsternannte 'Netflix für Audio' namens 'Luminary' gesprochen, das wir dank Geoblocking in Europa und Deutschland nicht einmal abonnieren könnten, wenn wir denn überhaupt wollten.

Also: Einerseits die erste Staffel von 'Serial' nochmal vorspielen und andererseits über das Nerd-Thema 'Luminary' reden? Für wen ist diese eigentümliche Mischung aus Schwarzbrot und Auskenner-Delikatesse die richtige Kombi, auf der re:publica: Für Interessierte? Für EinsteigerInnen? Für ExpertInnen? Für HörerInnen? Für MacherInnen? Ich glaube, diese Kombi hatte wenig Sinn für alle diese Gruppen.

Mein subjektives Gesamtgefühl ist: Die re:publica wollte in diesem Jahr gerne etwas mehr zu Podcasts haben als bisher, wusste aber nicht so recht, für wen sie das tut.

Mein Lichtblick in all dem war der überraschend unterhaltsame und angenehm vorwärtsgewandte Schnell-Vortrag "Podcasting is dead. Long live the podcast" von Dave Taylor am Dienstagmittag. Ich mochte den nüchternen Blick darauf, dass der Begriff "Podcast" aus der iPod-Zeit stammt und höchstwahrscheinlich nicht das Streaming-Zeitalter überleben wird, wenn wir realistisch sind. Und auch gar nicht muss. Einziger Mini-Kritikpunkt: Viele Entwicklungen des Mediums und seiner Bekanntheit wurden von Dave Taylor über die technische Distribution von Podcasts/Audio erklärt. Popkulturphänomene wie beispielsweise 'Serial', 'S-Town' und meinetwegen 'Fest & Flauschig' dürften aber auch einen messbaren Einfluss auf die Bekanntheit des Mediums haben. Nicht alles hängt nur an der Verteiltechnik.


Letzte Beobachtung von mir, die wahrscheinlich alle erfahrenen re:publica-Veteranen die Augen rollen lassen wird: Die spannenderen Diskussion, die neuen Ideen waren nicht auf den Bühnen, sondern im Innenhof und zwischen den Bühnen. Auch weil dieses Gefühl zusammenschweißt, dass für das Thema Podcasts bei der re:publica nächstes Jahr noch reichlich Luft nach oben ist und schon dieses Jahr genügend Interesse für mehr vorhanden gewesen wäre. Und ich frage mich: Müssen wir auf die re:publica warten?
INTERVIEW: ANNE FROMM
Die 'taz' gesellt sich dazu
Heute startet die Tageszeitung ihre Offensive in das Medium Podcast, in dem sich mittlerweile ziemlich viele Verlage tummeln. Es sind nicht die allerersten Podcasts für die taz, jetzt stoßen aber nach und nach fünf neue Podcasts dazu. Nicht zum Sound von Trompeten und Paukenschlag, so wie bei anderen Verlagen zuvor. Sondern mit einem, wie ich finde, bescheideneren Tonfall: "Die neuen taz Podcasts - Wir wünschen uns Ihr Ohr". Wieviele freie Ohren die Verlagspodcasts noch erreichen und dauerhaft halten können, wird in den nächsten Monaten nicht allein die taz zeigen und beweisen müssen. Ich konnte vor dem Start fünf schriftliche Fragen an Redakteurin Anne Fromm schicken:

Im Mai 2019 sind Podcasts von Zeitungen, von Verlagen wirklich keine Neuigkeit mehr, sondern gehören fast schon zum Standard-Reportoire moderner Medienhäuser. Jochen Wegner schrieb über die damaligen Podcast-Starts bei 'Zeit Online', das war im Herbst 2017: "Wir sind spät dran". Was hat die allgemeine Podcast-Euphorie bei der 'taz' so lange aufgehalten?

Anne Fromm:
"Wir haben im letzten Jahr schon verschiedene Formate gestartet. Seit Anfang 2018 läuft die „Lokalrunde“, über Lokales und Bewegungsthemen in Hamburg und Berlin. In Kooperation mit detektor.fm haben wir im vergangenen Sommer einen täglichen WM-Podcast produziert und im Herbst, zum 50. Jubiläum der neuen Frauenbewegung, „Passierte Tomaten“, eine Gesprächsreihe über feministische Streitthemen.
Neu ist jetzt, dass wir seit Anfang des Jahres mit mir eine feste Person haben, die die redaktionelle und organisatorische Koordination der Podcasts übernimmt. Dass wir mehr Podcasts wollen, ist eine Erkenntnis aus unserem Innovationsreport1, in dem tazlerInnen im vergangenen Jahr Podcasts als einen der zentralen neuen Ausspielwege identifiziert haben."


Wie beschrieben: Podcasts gehören fast schon zum Standard-Reportoire eines Medienhauses. Aber: Was verspricht sich die 'taz' davon, Podcasts zu haben?

"Vor allem: Mehr taz! Wir wollen die Expertise unsere FachredakteurInnen nutzen, um unseren Journalismus an mehr Orten für ein größeres und neues Publikum auszuspielen. Das breite Podcast-Angebot der anderen Verlage ist toll. Wir glauben dennoch, dass da noch Platz für uns ist. Die taz ist als linke Tageszeitung trotz ihrer vergleichsweise geringen Auflage eine wichtige Stimme in der deutschen Presselandschaft. Als solche wollen wir auch im Audio-Bereich mitspielen. Langfristig arbeiten wir daran, Erlösmodelle jenseits der gedruckten Tageszeitung zu finden, auch dafür spielen die Podcasts für uns eine Rolle. Und nicht zuletzt erhoffen wir uns Spaß für uns. Ich war sehr überrascht von den vielen tazlerInnen, die sich fürs Podcasten interessieren. Das zeigt mir: Viele KollegInnen haben Lust, Neues auszuprobieren."

Jetzt wird es fünf neue Podcasts von der 'taz' geben: Wie ist diese Auswahl entstanden - und warum gerade diese fünf Podcasts?

"Anfang des Jahres haben wir einen taz-internen „Call for Podcasts“ ausgerufen. Knapp 40 KollegInnen haben sich mit Ideen beworben. In zwei zweitägigen Workshops haben wir eine Kurzeinführung ins Podcasten gegeben und aus den Konzepten 13 Pilotfolgen produziert. Diese haben wir taz-intern zur Abstimmung gestellt, zusätzlich gab es eine fünfköpfige Jury, die über die Formate entschieden hat. So haben wir eine Auswahl getroffen, die gut abbildet, wofür die taz steht: Genaues Hinschauen bei den Rechten und bei Rassismus, Soziale Bewegungen und eine vielfältige Zivilgesellschaft abbilden, aber auch politisch hart streiten. In den kommenden Wochen werden starten:
  • 'Angriff auf Europa' - ein Podcast über rechte Parteien in Europa -  ihre Haltungen zu Migration, Klima und Pressefreiheit und ihre Strategien, sich zu vernetzen. Der Podcast ist eine Kooperation des Rechercheverbundes Europe's Far Right mit dem Falter (Österreich) Libération (Paris), Gazeta Wyborcza (Warschau), HVG (Budapest), WOZ (Zürich) und Internazionale (Rom). Von ihm laufen fünf Folgen vor der EU-Wahl am 26. Mai und zwei danach. Er startet am Mittwoch mit der ersten Folge zum Thema: Der Asyl-Patt – Die Rechten und das Thema Migration
  • 'Weißabgleich' - ein Podcast von People of Colour für People of Colour. Acht KollegInnen aus der taz berichten einmal monatlich von ihrem Leben als nicht-weiße Menschen in Deutschland. Es geht um Rassismus, aber auch um Identitäten, Zuschreibungen und Missverständnisse. Läuft ab Ende Mai.
  • 'Demotape' - ein Podcast über soziale Bewegungen und Proteste weltweit. Warum gehen die Leute in Venezuela auf die Straße? Wer steht hinter Fridays for Future und wie antisemitisch sind die Gelbwesten? Alles Fragen, denen sich „Demotape“ alle zwei Wochen widmen will. Startet in der letzten Mai-Woche mit der Frage: „Was ist geblieben von „Wir sind mehr“ in Chemnitz?“
  • 'Lokalrunde' - läuft schon seit dem letzten Jahr und beschäftigt sich ab Ende Mai wieder alle zwei Wochen mit lokalen und Bewegungsthemen aus Berlin und Hamburg.
  • 'Specht spricht Recht' - zwei tazlerInnen streiten über ein Thema der Woche: Will Kevin Kühnert die DDR reloaden? Braucht es Dashcams am Fahrrad? Oder oder oder. Moderiert wird die Sendung von unserem behinderten Kollegen Christian Specht, der am Ende jeder Folge entscheidet, wer Recht hat."
Wer wird bei der 'taz' im engeren Sinne an den Podcasts arbeiten? Wird es ein kleines Audio-Team wie bei der 'Süddeutschen Zeitung' oder 'Spiegel Online' geben?

"Es gibt ein klitzekleines Audio-Team. Ich leite das Projekt und betreue die Podcasts redaktionell auf einer 20 Prozent-Stelle. Die technische Betreuung und Postproduktion übernimmt Nicolai Kühling aus dem taz-Verlag. Er kümmert sich sonst um unser freiwilliges Bezahlmodell „taz zahl ich“."

Aus dem Boom der Verlags-Podcasts kristallisiert sich auch heraus: Wirklich audiophile, gut klingende, handwerklich gut gemachte Produktionen sind selten. Viel eher klingt eine Haltung der MacherInnen durch, dass Audio und die Ohren der HörerInnen nicht ernstzunehmen sind. Was dürfen wir von den 'taz'-Podcasts erwarten - und was nicht?

"Wir nehmen die Ohren unserer HörerInnen genauso ernst wie deren Augen. Will heißen: Wir bemühen uns, den Journalismus für den wir stehen so in die Podcasts zu übertragen, dass er gut klingt. Dafür haben wir Technik angeschafft und bauen ein Studio auf. Aber wir sind kein Radiosender und keine High-End-Soundtüfftler. Das ist für uns aber auch kein Grund, podcasten nicht einfach auszuprobieren. Die taz stand schon immer dafür, einfach erstmal anzufangen und auszuprobieren. Podcasten ist für uns ein Experiment. Wir werden in den nächsten Wochen sehen, was gut läuft und was nicht. Formate, die nicht funktionieren, stellen wir wieder ein und probieren was Neues aus. Wir haben ja nach unserem „Call for Podcast“ jetzt einen großen Fundus an Ideen."
"Wir nehmen die Ohren unserer HörerInnen genauso ernst wie deren Augen. Will heißen: Wir bemühen uns, den Journalismus für den wir stehen so in die Podcasts zu übertragen, dass er gut klingt."
- 'taz'-Redakteurin Anne Fromm
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HÖRTIPP
Es gibt für mich wenige Podcasts, die mich so dauerhaft und so sehr begeistern wie 'Reply All'. Ein Grund: Die Leidenschaft und die Detail-Liebe, mit der dieser Podcast seit Jahren die schönen, schlechten, absurden, verrückten Momente unseres Internetlebens abbildet. Die Episode "#140 The Roman Mars Mazda Virus" ist ein gutes Beispiel dafür - und für jeden Podcast-Fan mit ein bisschen Herz ein absolutes Muss.

Das zu lösende Problem für 'Reply All' in dieser Episode: Ein Hörer ausgerechnet des bekannten Design-Podcasts "99% Invisible" von Roman Mars bekommt diesen Podcasts partout nicht abgespielt über die Anlage seines Mazda-Autos. Das Grandiose an dieser Episode ist einerseits, welcher Aufwand betrieben wird, um die Ursache des Problems zu finden und es dann zu lösen. Aber wirklich hörenswert ist die kleine Ode an das Medium Podcast, die auf dem Weg zur Problemlösung entsteht. Inklusive Auftritte der US-Podcast-Stars Roman Mars und Sarah Koenig sowie "Salt. Fat. Acid. Heat."-Kochbuch-Autorin Samin Nosrat.

Website: https://gimletmedia.com/shows/reply-all/brh8jm/140-the-roman-mars-mazda-virus
Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/reply-all/id941907967?l=en&i=1000434669096
Pocket Casts: https://pca.st/51XD
NOCH NICHT GENUG?
Noch mehr Podcast-Kritik
Das Medium Podcast hat es verdient, ordentlich besprochen und kritisiert zu werden. Jaja, ich weiß: Das ist die Schallplatte, die ich jetzt schon wirklich eine ganze Weile aufgelegt habe und ungefragt auf Dauerschleife laufen lasse. Genau genommen seit November 2016, als dieser Newsletter noch eine Artikelserie war. Seitdem hat sich in der englischsprachigen Welt in Sachen Podcast-Kritik wahnsinnig viel getan, in Deutschland leider deutlich weniger. Ein Grund, warum ich im Wechsel mit Marcus Engert bei übermedien.de alle zwei Wochen Podcast-Kritiken schreibe.

Drei Ausgaben sind bei 'Übermedien' bisher erschienen: Frei zugänglich sind meine Kritik zu 'The Daily' der 'New York Times'; ein Blick von Marcus auf 'Niemand muss ein Promi sein'. Meine aktuelle, ausführliche Betrachtung des Grimme-Online-Award-nominierten Podcasts 'Mensch Mutta' von Katharina Thoms ist derzeit nur für 'Übermedien'-UnterstützerInnen lesbar, ganz bald aber auch frei zugänglich.

Weil ich aber nicht nur schamlose Eigenwerbung machen möchte, hier noch eine garantiert unvollständige Liste der kleinen Oasen in der Wüste der deutschen Podcast-Kritik:
  • Bei podcastgmbh.de lässt sich mittlerweile ganz gut in einer guten Auswahl guter Kritiken verschiedener AutorInnen stöbern. Einen monatlichen Newsletter mit Empfehlungen von dort gibt es auch.
  • Der Podcast 'Audio:Viel' plaudert über Podcasts aus HörerInnen-Sicht. Der Name ist aber wirklich Programm: Die bisherigen Episoden sind auch lang, weil eben nicht ausschließlich nur über Podcasts gesprochen wird. Plauderpodcast meets Podcastplaudern.
  • 'Die Podcatcher' sprechen, streiten über Podcasts, besprechen Podcasts: "Kritisch, kein Blatt vor den Mund nehmend. Gegen den falschen Flausch. Aber von Herzen."
  • Auf ihrem persönlichen Blog 'Inkladde' schreibt Nicola Wessinghage leider viel zu selten viel zu schön über ausgewählte Podcasts.
  • Weniger ist mehr: Der noch sehr junge (Bezahl-)Newsletter 'Was soll ich hören' sammelt wöchentlich zwei handverlesene Empfehlungen.
  • Der Newsletter 'Die Podcast-Entdecker' des Bayerischen Rundfunks kuratiert wöchentlich eine Auswahl von Hörtipps/Podcasts - eben nicht nur aus dem eigenen Kosmos.
  • Bei 'Breitband' von Deutschlandfunk Kultur gibt es bereits seit 2016 und seitdem regelmäßig Podcast-Kritiken deutscher und englischsprachiger Produktionen. (Wie immer der Disclaimer: Das Deutschlandradio ist mein Arbeitgeber.)
Hinweise zu ernsthaften, ausführlichen Kritiken von Podcasts? Einfach direkt auf diese E-Mail antworten oder an kontakt@sandroschroeder.de. Ich sammele, damit die nächste Liste länger wird. Ausgeschlossen sind wie immer: Listicles mit "XY Podcasts, die..." und "Z Podcasts für..." sowie alles Andere, was nur an der Oberfläche kratzt. 
LINKS
Kleine Bitte: Ich versuche an dieser Stelle sinnvolle Links zu kuratieren und möglichst die Spreu vom Weizen zu trennen. Das ist wirklich zeitaufwendig, weil ich dafür leider immer beides lesen muss. Deswegen würde ich mich umso mehr über einen kleinen Hinweis auf den Newsletter freuen, wenn die Links bei Twitter geteilt werden. :)
Das war's für die neunzehnte Ausgabe des Hören/Sagen-Newsletters.
Alle bisherigen Ausgaben gibt es im Archiv

Informationen zum Datenschutz dieses Newsletters, der Protokollierung der Anmeldung, den Versand über den US-Anbieter MailChimp, der statistischen Auswertung sowie den Abbestellmöglichkeiten gibt es hier

 
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HÖREN/SAGEN
ist der Newsletter über Audio & Podcasts von Sandro Schroeder (@saschroeder), der Newsletter erscheint seit August 2017. Kritik, Anmerkungen, Feedback, Hinweise zum Newsletter gerne an kontakt@sandroschroeder.de
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