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Ausgabe 24
 
- Podcast-Erhebungen:
ARD/ZDF-Massenkommunikation-Trends, Online-Audio-Monitor
- Hörtipp: Großes Kino – äh – Musical in "Das Podcast Ufo"
- Linkliste: Joe Rogan verliert Einfluss; Tipps für Community Buildung; besseres Podcast-Feedback; Zum Verhältnis von Radio & Podcasts
Täglich grüßt das Murmeltier: Immer dann, wenn Prominente podcasten, gibt's plötzlich Podcast-Besprechungen in ungeahnter Breite – auf der schmalen Basis von AUSGABE EINS (nur echt in großen Lettern. Bin gespannt, wie AUSGABE EINHUNDERTACHTUNDZWANZIG dann im Podcatcher aussieht).

Seufz. Deswegen will ich mich gar nicht so lange aufhalten und rumärgern, mit den zwei Podcasts von den beiden älteren Herren (nicht verwandt, aber ähnlicher Kleidungsstil) und den beiden jüngeren Herren (verwandt). Ich will nur kurz meinen Senf dazu festhalten:

Mich erstaunt, wie sehr sich die PR-Arbeit von Podcasts professionalisiert hat, mit welcher Motivation, Professionalität und Hartnäckigkeit mittlerweile vermarktet wird. Nur leider können viele der "neuen" Formate und Inhalte nicht mit dem Standard des eigenen Marketings mithalten.

Mich erstaunt immer noch, wie entscheidend die Faktoren Prominenz und Marketing anscheinend sind, um Podcasts medial stattfinden zu lassen. Wobei die Besprechungen der Podcasts mich dann meisten langweilen. So wie das fantasielose Namensformat nach dem Muster "X & Y". Oder die Podcast-Logos mit einem fantasielosen Foto von zwei Hosts nebeneinander. Oder einer Person der Öffentlichkeit dabei zuzuhören, wie sie mit anderen Personen der Öffentlichkeit spricht. Aber Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden.
PODCAST-ERHEBUNGEN
Dieser Tage erscheinen wieder zahlreiche Erhebungen rund um das Thema Podcast. "Immer mehr Deutsche hören Podcasts", "Noch keine Mehrheit". Täglich grüßt das Murmeltier. Und wer diesen Newsletter schon länger liest, denkt sich jetzt vielleicht auch: Jetzt fängt die Leier schon wieder an. Ja, tut sie. Also stürzen wir uns kurz in ausgewählte Ergebnisse der letzten Podcast-Erhebungen.

Die "ARD/ZDF-Massenkommunikation Trends 2021" schreibt:

"Podcasts und zeitversetzte Radiosendungen steigern die Zahl ihrer regelmäßigen Nutzerinnen und Nutzer deutlich. Innerhalb eines Jahres steigt die mindestens wöchentliche Nutzung von 20 auf 28 Prozent. Dynamische Reichweitenzuwächse gibt es – auch hier – vor allem bei den 30- bis 49-Jährigen: 38 Prozent von ihnen hören mindestens einmal pro Woche Podcasts oder zeitversetzte Radiobeiträge oder -sendungen – 16 Prozentpunkte mehr als noch ein Jahr zuvor."

Es lohnt sich, sich die Auswertung in Gänze zu anzusehen – ich picke mir jetzt aber nur einen Aspekt heraus. In der Zusammenfassung steht nüchtern:

"Podcasts sowie Radiosendungen und -beiträge auf Abruf erhöhen ihre Reichweiten gegenüber dem Vorjahr deutlich. Trotz Zuwächsen bleiben die Nutzungsdauern auf eher niedrigem Niveau." (S. 3)

Andererseits: Wie laut würden die Sektkorken knallen, hätten andere Medien diese Wachstumsraten? Trommelfelle würden reißen. Zwar verstehe ich die wichtige Relativierung, dass Podcasts absolut gesehen in Deutschland von einem niedrigen Niveau aus wachsen. Ich finde es gut, dass das Medium dadurch etwas unaufgeregter, nachhaltiger wachsen kann und uns vielleicht die allerschlimmsten Blasenerscheinungen erspart bleiben. Weil der Hype-Zyklus zwischendurch mal abkühlen kann. (Oder habe ich mich einfach nur gewöhnt daran?)

Aber was ich nicht verstehe, ist diese Scheuklappen-Fixierung darauf, Podcasts nur am direkten Reichweitenvergleich mit dem Massenmedium Radio zu messen. Ja, das ist eine quantitative Erhebung, hier geht's nicht um Beziehungen, Qualitäten, Inhalte. Geschenkt. In der selben Erhebung stehen aber auch diese Überschrift mitsamt Grafiken:

"Die regelmäßige Audionutzung bleibt stabil. Schrumpfendes Nutzungspotenzial für Radio und Tonträger, Verdoppelung seit 2019 bei Podcast / Radio auf Abruf." (S. 24)

…und…

"Hörfunk dominiert in allen Gruppen ab 30 Jahren, die 14- bis 29-Jährigen hören mehr im Internet." (S. 27)

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Da kommt ein vergleichsweise neues Medium namens Podcast, das viele große Medienhäuser in Deutschland erst seit ein paar Jahren wirklich ernsthaft bespielen, meistens auch eher nebenbei und ohne große strategische Schwenks, wie wir sie bei manchen Redaktionen in Sachen Bewegtbild gesehen haben. Währenddessen hören bei den 14- bis 29-Jährigen 31% mindestens einmal pro Woche Podcasts, während der Radioanteil in dieser Altersgruppe bei "nur" 56% liegt. Mein Fazit zu Podcasts wäre jedenfalls nicht so nüchtern ausgefallen, wie das der ARD/ZDF Massenkommunikation-Trends – kommen wir im nächsten Abschnitt noch zu.

Ja, der Altersdurchschnitt und das durchschnittliche Nutzungsverhalten in der Rentnerrepublik Deutschland ist ein anderes. Aber wenn solche Zahlen nicht zeigen, dass sich etwas grundsätzlich ändert – dann weiß ich auch nicht. Als 28-Jähriger, der sich mit Podcasts beschäftigt, bin ich natürlich zutiefst befangen. Aber ich habe jetzt auch ein paar Mal miterlebt, wie erst meine Eltern und dann meine Großeltern mit ein paar Jahren Abstand in Sachen Mediennutzung nachgezogen sind. Auf die Gefahr hin, mich mantraartig zu wiederholen …
Ja, Podcasts sind keine Ablösung des Radios.
Reichweitentechnisch sind davon auch meilenweit entfernt.
Aber Podcasts wollten auch nie das Radio ersetzen sein.
Und Medien ersetzen sich sowieso nicht, frei nach Wolfgang Riepl.

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen:
Podcasts sind für das Radio, was die Webseite für Print,
was Youtube für Fernsehen ist. Audio ist das letzte Medium,
in dem die On-Demand-Kultur erst jetzt beginnt zu greifen.
Wechseln wir zum Online-Audio-Monitor 2021. Auch hier lohnt es sich, die Präsentation in ganzer Länge selber anschauen – von mir an dieser Stelle nur drei Schlaglichter.

Erstens gibt gibt es wieder mein geliebtes: "Immer mehr Deutsche", in der Variante "Jede*r soundsoviel Deutsche hört jetzt Podcasts". Der aktuelle Wasserstand, auf der Basis "mindestens gelegentlich" Podcasts zu hören:

"Fast jeder Dritte hört mittlerweile Podcasts – 3,6 Mio. mehr als 2020." (S. 16)

Zweiter Hingucker: "Spotify die klare Nr. 1 bei U30. Audiotheken und Webseiten von Radioprogrammen sind vor allem für 50+ das Tor zu Podcasts." (S. 20) Über diese Erkenntnis im Online-Audio-Monitor habe ich mich gefreut. Weil ich das als Bauchgefühl-These beim Schreiben der letzten Newsletter-Ausgabe hatte (Ausgabe 23: "Dass Youtube – und die ARD-Audiothek – angeblich umso häufiger für Podcasts genutzt werden, je älter das Publikum ist – das zeigt für mich eher, wie wenig zugänglich Podcasts und Podcast-Apps weiterhin bleiben.")

72% der 14- bis 29-Jährigen, die regelmäßig Podcasts hören, nutzen dafür Spotify. Auch hier: Wenn das jetzt schon bei den 14- bis 29-Jährigen so ist – was bedeutet das dann für die nächsten zwei, drei Jahre, nicht nur in dieser Altersgruppe? Der Online-Audio-Monitor formuliert auch an anderer Stelle explizit, was mir bei der ARD/ZDF-Ergebung in dieser Form gefehlt hat:

"Der Erfolg von Podcasts basiert auf ihrer Beliebtheit bei den Jüngeren, doch auch bei Frauen und Älteren werden sie immer populärer. Die regelmäßige Nutzung von Podcasts nimmt in allen Altersgruppen deutlich zu, anteilsmäßig am meisten bei den ab 50-Jährigen." (S. 17, 18)

Eigentlich sind wir damit 2021 an einem Punkt, an dem Podcasts wirklich kein Nebenkriegsschauplatz von Medienwandel und neuen Nutzungsgewohnheiten mehr sind. Wir sehen jetzt seit ein paar Jahren, wie ein Medium kontinuierlich wächst, sich Publikumsgewohnheiten verändern – erst und vor allem bei den Jüngeren, mittlerweile aber auch bei den Älteren. Eigentlich könnten die Vorzeichen nicht besser sein. Jetzt müssen "nur noch" möglichst Viele daraus etwas machen.
HÖRTIPP
Es ist echt schwer diesen Hörtipp in die richtigen Worte zu packen. Und ich will auch nichts vorwegnehmen, deswegen: Eigentlich führt für alle Hören/Sagen-Abonnent*innen kein Weg daran vorbei, diese Episode „Hinter dem Mikrofon“ von „Das Podcast UFO“ zu hören.

Florentin Will und Stefan Titze haben ein Musical geschrieben und produziert: Über Podcaster*innen, Hörer*innen, Gesprächspodcasts und lustige Anekdoten, über das Medium mitsamt Abriss seiner Entstehungsgeschichte – das alles mit Humor und musikalisch verpackt. Jeder Song ist vollgepackt mit Referenzen, mal sehr offensichtlichen & mal eher subtilen Punchlines.

Anwärter auf die beste Podcast-Episode des Jahres 2021, ohne Mist! Und eine der differenziertesten Auseinandersetzungen mit Podcasts, die ich bisher wahrgenommen habe.
LINKS
Eine kleine Bitte vorab: Ich versuche an dieser Stelle sinnvolle Links zu kuratieren und möglichst die Spreu vom Weizen zu trennen. Das ist wirklich zeitaufwendig, weil ich dafür leider immer Spreu UND Weizen lesen muss. Deswegen freue ich mich umso mehr über einen kleinen Hinweis auf den Newsletter, wenn die Links bei Twitter & Co geteilt werden. Coole Links gegen ein bisschen Promo, fairer Deal, oder?
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Das war's für die vierundzwanzigste Ausgabe des Hören/Sagen-Newsletters.
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