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Hallo zur 15. Newsletter-Ausgabe von Hören/Sagen!
Ausgabe 15
 
- Hören/Sagen ist zurück aus der Sommerpause
- Die Podcast-Wunschliste der BBC
- Link-Sammlung: 3. Staffel Serial; Guardian startet News-Podcast; Hollywood-Podcasts
I'm back.

Der Newsletter und ich sind zurück aus der langen Sommerpause. Aus einer Sommerpause, die zugegebenermaßen nicht angekündigt – aber eben nötig war.

Für mich hat sich seit der letzten Newsletter-Ausgabe nämlich Einiges geändert: Ich habe mein Volontariat mittlerweile abgeschlossen, bin von Leipzig nach Berlin gezogen... und kann mich meinem Lieblingsthema noch stärker widmen! Denn ich unterstütze nun für 12 Monate die Multimedia-Abteilung von Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova in allen Sachen rund um Podcasts und Audio-Plattformen. Yay, Podcasts! Whooo!

Der Newsletter erscheint ab jetzt wieder regelmäßiger! Zusätzlich kuratiere ich nun auch Hörtipps und Podcasts für piqd.de; auch da werde ich nun wieder langsam Fahrt aufnehmen. Schließlich steht der Herbst vor der Tür und damit auch die Jahreszeit für mehr Kopfhörer-Abende, egal ob mit Podcasts oder Musik. Und wenn eine neue Staffel 'Serial' veröffentlicht wird, muss man sich sowieso zuhause einschließen.

Und nebenbei bemerkt: Hören/Sagen ist jetzt ein Jahr alt! Yay, Geburtstag! Whooo!
Die Podcast-Wunschliste der BBC
Die BBC mausert sich ja gerade sehr und setzt verstärkt auf neue Audio-Formen, um ein jüngeres Publikum zu erreichen (wie schon in der letzten Hören/Sagen-Ausgabe angeschnitten). Teil der Strategie ist auch eine neue sehr sehenswerte App namens BBC Sounds (!). Für beides – App und junges Publikum – sucht die BBC nun gezielt nach Podcast-Ideen.

Ich finde es sehr beeindruckend, wie sich so ein alter Rundfunk-Riese wie die BBC mit neuem Tempo aus der alten Bequemlichkeit heraus bemüht; auch mit besorgtem Blick auf das Durchschnittsalter der eigenen NutzerInnen und die Konkurrenz der Streaming-Plattformen. Hierzulande leistet das möglicherweise FUNK für die Öffentlichen-Rechtlichen, vielleicht nur in einem kleinen Bereich. Ich vermisse bei den großen Rundfunkanstalten hierzulande nach wie vor genau solche mutigen, modernen Audio-Projekte wie eben bei der BBC - oder bei NPR, das eine Podcast-App aufgekauft hat.

Die Ausschreibungen der BBC

Zurück zur Podcast-Wunschliste der BBC. Eigentlich lohnt sich sowieso der Blick in die gesamte Ausschreibung. Hier nur ein paar Punkte, die mir darin aufgefallen sind:
  • Gesucht werden Podcast-Ideen für vier Kategorien: Funny, Quirky Odd; Dramatic Storytelling; Discover, Explain; Pop Cultures, Sub Cultures. Dazu hat jede Kategorie klar formulierte Ziele: Was sollen die Podcasts auslösen, was sollen sie leisten und wen sollen sie erreichen.
     
  • Im Bereich Dramatic Storytelling nennt die BBC explizit mögliche Vorbilder und adelt damit größtenteils US-Produktionen und -Firmen als Maßstab, beispielsweise: S-Town (Serial Productions), Homecoming (Gimlet Media), Wolverine (Stitcher).
     
  • Die BBC zahlt umgerechnet 1.200€ bis 5.600€ pro Episode bei Podcasts mit hoher Frequenz (täglich/wöchentlich); 6.700€ bis knapp 9.000€ für aufwendigere, erzählerische Produktionen und für Flagschiff-Produktionen scheint sogar noch Luft nach oben zu sein. Ein Zeichen, wie ernst die BBC ihre Podcast-Strategie und das Medium nimmt.
     
  • Die BBC macht auch ihre Entscheidungskritieren für die Auswahl transparent, bspw: Gibt es traumhaft gute Aufnahmen? Ist der Podcast für 20-35-Jährige attraktiv? Gibt es eine/n sympathische/n Erzähler/in? Ist der Podcast einzigartig im britischen Podcast-Markt? Gibt es Produktionsrisiken und Risiken für die BBC?
Und ganz am Ende jeder Ausschreibung hängt ein Juwel, wie ich finde: Eine Liste mit 11 Punkten. Zwar stehen die alle eigentlich unter der Überschrift: "Was unterscheidet einen Podcast vom Radio?" Aber als ich die komplette Liste gelesen habe, bin ich aus dem Kopfnicken nicht mehr herausgekommen. Und ich glaube, in diesen 11 Regeln stecken tollen Denkanstöße, eben nicht nur für RadiomacherInnen – deswegen möchte ich die übersetzte Liste auch hier im Newsletter verewigen.

Also, ihr Audio-Nerds, jetzt heißt es wahlweise:
[1] Stifte raus, [2] Twitter-Thread auf [3] Powerpoint-Entwurf anlegen,
  1. Ein Podcast ist kein Radioprogramm, auch wenn Radioprogramme als Podcast konsumiert werden können.
     
  2. Podcasts werden das Radio sein – für eine jüngere Generation, die nie ein UKW-Radio besitzen wird. Aber: Lies nochmal die 1. Regel.
     
  3. Die Geschichte und das Thema werden immer über die Länge eines Podcasts entscheiden.
     
  4. Podcasts sind für die Generation Kopfhörer: Sei respektvoll, herzlich und behutsam in ihren Köpfen.
     
  5. Setze Schimpfwörter ("F-Bombs") zurückhaltend ein; Sei zwanglos, sei intim – aber die Freiheit, auch Schimpfwörter benutzen zu können, ist keine Verpflichtung.
     
  6. Podcasts sind eine visuell wirkmächtige Form von Audio, Podcasts können Kino für die Ohren sein.
     
  7. Der Teufel steckt im Detail, Podcasts erzählen große, heikle, emotional komplexe Geschichten – echte und erfundene.
     
  8. Podcasts bieten Klarheit im Chaos, in rasenden Nachrichtenzyklen fokussieren Podcasts und liefern Kontext.
     
  9. Podcasts wirken gemeinschaftsbildend; sie binden und vertiefen Gemeinschaften.
     
  10. Unabhängig davon, wo sie entstehen: Podcasts sind naturgemäß eine global digitale Form von Audio.
     
  11. Podcasts sind agil, sie können alle oben genannten Regeln verändern – außer Regel 1.
     
Quelle: bbc.co.uk, Information for suppliers to Radio
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