Copy
View this email in your browser

Eine Posaune in Quarantäne ...

Liebe Freunde und Interessierte der Andreas Tobias Kind Stiftung,

Weihnachten ist kein richtiges Weihnachten ohne Weihnachtsgesang und Posaunenchöre! Und dennoch müssen wir uns mit dem Gedanken anfreunden, dass der diesjährige Heilige Abend eine besonders Stille Nacht sein wird ...
In einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde kürzlich festgestellt, dass unsere Aerosolwölkchen nicht nur beim Singen, sondern auch beim Spielen von Trompete, Klarinette und Querflöte gefährlich weit durch den Raum wirbeln. Genauer gesagt bis zu zwei Meter. Die Empfehlung der Studie lautet also, zwischen den einzelnen Musiker*innen und Zuhörer*innen einen Mindestabstand von drei Metern einzuhalten. Am allersichersten ist das Spielen natürlich in Quarantäne. Die macht auf Dauer aber ganz schön einsam, sowohl die Blechbläser*innen als auch das fernbleibende Publikum ...

Doch so sang- und klanglos diese Zeit auch scheinen mag - aus ihr hervorgegangen sind auch viele hilfreiche Intiativen, die uns Grund zur Hoffnung geben.
Ein besonderes Projekt für liebgewonnene Musik und therapeutische Unterstützung in Zeiten von Corona haben sich die österreichischen Musiktherapeuten rund um Hannah Riedl und Prof. Dr. Dr. Thomas Stegemann mit ihrem Online-Angebot lieblingslied.at einfallen lassen: Menschen aus ganz Österreich dürfen sich ihr persönliches Lieblingslied wünschen und per Video-Telefonie in den eigenen vier Wänden vorspielen lassen. 
 
Einen Song, der zum einen als Soundtrack der aktuellen Pandemie-Situation, und zum anderen als Lied für die therapeutische Kraft von Musik und menschlicher Zuwendung steht, hat das Nordoff/Robbins Zentrum Witten zum European Day of Music Therapy in die Welt geschickt: Das Video zum Charity Song "Reach out your Hand" von Paula Be können Sie sich direkt hier im Newsletter ansehen/-hören und gerne weiter teilen. 
 
Neues gibt es zudem aus dem Institut Knoll für Musiktherapie in Slowenien. Im vergangenen Jahr ist das Institut durch seinen Umzug nach Srebotje näher an seine österreichischen Nachbarn herangerückt. Trotz leerer Übungsräume und ungenutzter Instrumente verlieren die Musiktherapeutinnen Špela Loti Knoll und Claudia Bajs zu Corona-Zeiten nicht den Mut. Stattdessen halten sie regelmäßig "Zoom-Tea-Time" mit den (ehemaligen) Studierenden ab und gründeten sogar einen Slowenischen Musiktherapieverband.
 
Glück gehabt hat Dr. Gisela Erdin mit dem Start ihres neuen Masterstudiengangs "Beratung und Leitung im heilpädagogischen und inklusiven Feld“, den sie seit September 2020 gemeinsam mit Prof. Dr. Christiane Drechsler leitet: Die ersten Wochenendseminare konnten vor dem Teil-Lockdown in Präsenz stattfinden. Das Sich-Begegnen und gegenseitige Verstehen ist für Frau Dr. Erdin von besonderer Relevanz und Schwerpunkt ihres in Kooperation mit Studierenden konzipierten Masterstudiums, über das sie uns im Interview erzählt. 
 
Auch Ihnen wünschen wir ein harmonisches Zusammenkommen mit ihren Lieben, gemeinsames Singen im kleinen Familienkreis oder einfach etwas beschwingte Weihnachtsmusik aus den Boxen, gemütliche Tea-Time via Zoom oder analog, viel Frischluft .... und allerbeste Gesundheit!

Hoffnungsvolle Grüße
Ihr Team der Andreas Tobias Kind Stiftung
Britta Johannesson - Hannah Ott
 

Wir machen Weihnachts- und Winterpause vom 21.12.2020 bis zum 10.01.2021. Ab dem 11.01. sind wir im Stiftungsbüro wieder für Sie erreichbar.

Charity Song wirbt für die Kraft der Musiktherapie 
Das Nordoff/Robbins Zentrum Witten veröffentlicht zum Europäischen Tag der Musiktherapie ein Info-Musikvideo
Anlässlich des Europäischen Tages der Musiktherapie am 15. November 2020 hat das Nordoff/Robbins Zentrum Witten unter der Leitung von Prof. Dr. Lutz Neugebauer ein Musikvideo veröffentlicht. In nur wenigen Minuten macht es auf ergreifende Weise die Potentiale der Musik in der Therapie deutlich. Der Charity-Song "Reach Out Your Hand" im Video stammt von der Sängerin Paula Be und wird den europäischen Musiktherapieverbänden von der European Music Therapy Confederation (EMTC) zur Verfügung gestellt. 
Verantwortlich für Komposition, Arrangement und Produktion sind David Aldridge, Lutz Neugebauer und Kiko Masbaum. Das Video zum Song kreierte Stefan Gieren. Die Filmaufnahmen hierfür stammen aus einer Zeit, in der wir eine Corona-Pandemie noch für undenkbar hielten. So scheinen sie fast wie aus einer anderen Welt, voller Nähe und Spontaneität.

Das Nordoff/Robbins Zentrum hofft, mithilfe des Videos auch neue Unterstützer*innen für seine therapeutische Arbeit mit Kindern mit Behinderung zu gewinnen. Um die Behandlungskosten finanzieren zu können, sind das Zentrum und die jungen Klient*innen auf Spenden und Patenschaften angewiesen.
Online spenden können Sie auf der Plattform Betterplace:
https://www.betterplace.org/de/projects/6918-nordoff-robbins-musiktherapie
Hinter jedem Lieblingslied steckt eine Geschichte ...
Hannah Riedl und Prof. Dr. Dr. Thomas Stegemann berichten über das österreichische Onlineprojekt lieblingslied.at für musikalische Highlights mitten im Lockdown
Beispiel eines lieblingslied-Termins, © Anna Feichter
Hinter jedem persönlichen Lieblingslied steckt eine Geschichte - so auch hinter dem Projekt lieblingslied.at, das 2020 von der Andreas Tobias Kind Stiftung gefördert wurde. Für die großzügige und unkomplizierte Unterstützung möchten wir der Stiftung an dieser Stelle nochmals danken und die Geschichte des Projektes kurz umreißen:

In Österreich traf uns der Corona-Lockdown dieses Frühjahr am 15. März 2020. Als Resonanz hierauf entstand innerhalb eines Gesprächs zwischen Manuel Goditsch des ÖBM (Österreichischer Berufsverband der MusiktherapeutInnen) und Prof. Dr. Dr. Thomas Stegemann der mdw (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Leiter des Instituts für Musiktherapie) die Idee, ein musiktherapeutisches Onlineprojekt auf die Beine zu stellen. Ziel war es, Menschen in den eigenen vier Wänden mithilfe eines unkomplizierten, unterstützenden Angebots zu erreichen.
Gesagt, getan: Vom 19. März bis 19. April 2020 formierte sich im Feld der österreichischen Musiktherapie ein sechsköpfiges Koordinationsteam und es wurde das Konzept von lieblingslied.at entwickelt. Miteingebunden waren Studierende der Musiktherapie und eine begleitende Forschung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Musiksoziologie. Innerhalb nur eines Monats wurde die technische Umsetzung organisiert, die datenschutzrechtliche Situation erörtert, ein Erklär-Video produziert, eine Presse-Aussendung in die Wege geleitet und vieles mehr.
Koordinationsteam v.l.n.r.: Ursula Müller, Thomas Stegemann, Anna Feichter, Manuel Goditsch, Hannah Riedl, Catrina Cassidy, © Thomas Stegemann
Der Inhalt des entstandenen kostenlosen Angebots orientiert sich am musiktherapeutisch rezeptiven Methodenkreis und dreht sich ganz um ein Lied, das sich ein Mensch wünschen darf und das daraufhin über (Video-)Telefonie von einer/einem Musiktherapeutin/en bzw. einer/einem Musiktherapie-Studierenden vorgespielt oder gemeinsam angehört wird. Ein Gespräch über das Lied kann optional daran angeknüpft werden. Drei Monate lang – vom 20. April bis zum 20. Juli dieses Jahres – wurden Liedwünsche über die Webseite lieblingslied.at entgegengenommen und es konnten insgesamt 40 Liedwünsche (46% Frauen, 20% Männer, 31% keine Angabe) erfüllt werden. Die Liedwünsche reichten von „Bella Ciao“ über „Die Gedanken sind frei“ bis hin zu „Die schöne Müllerin“ und „We are the Champions“. Das österreichweite Angebot erreichte fast alle Bundesländer, die meisten Liedwünsche kamen jedoch aus Wien. Am Projekt waren im Frühjahr 2020 insgesamt 17 Studierende in unterschiedlichen Rollen beteiligt, selbst aktiv musiktherapeutisch oder im Hintergrund wissenschaftlich und kommunikativ unterstützend.

Über den Sommer hat das Projekt pausiert, da unklar war, wie sich die pandemische Situation entwickeln wird und ob das Projekt evtl. ab Herbst in anderer Form und für weitere Zielgruppen adaptiert werden sollte.
Nun, im Herbst und Winter 2020, erlebt Österreich erneut einen Corona-bedingten Lockdown (seit dem 2. November 2020) und das Team von lieblingslied.at hat das Projekt wieder aktiviert – in derselben Form wie im Frühjahr, verfügbar über die Homepage für alle Menschen aus Österreich, die aufgrund der Situation besonders belastet sind. Demnach bleibt das Motto des Projektes auch weiterhin aufrecht: „Das Leben ist kein Wunschkonzert, aber manchmal spielt es Dein Lieblingslied.“

Weitere Informationen auf 
www.lieblingslied.at und www.facebook.com/lieblingslied.at
Neues aus dem Institut Knoll in Slowenien
Die Institutsleiterin Špela Loti Knoll berichtet u.a. über den Umzug des Instituts, die Gründung des ersten Slowenischen Musiktherapieverbandes und neue Kooperationen mit den Nachbarländern

Schon das Jahr 2019 war ein sehr besonderes für unser Institut. Der Umzug von Kranj nach Srebotje hat viele Änderungen mit sich gebracht. In der Zwischenzeit hatten wir schon fünf Jahre seit Institutsgründung gefeiert (23. September 2019) und bereits die sechste Generation von Studierenden begrüßt. Und danach kam das Jahr 2020. Wieder mussten wir umziehen, dieses Mal auf Zoom ...

Und so sieht es momentan bei uns aus:
© Institut Knoll
Alles ist vorbereitet – die große Galerie voller Instrumente, aber nur wir, die wir hier auch wohnen, dürfen auf ihnen spielen und üben; die Küche und das Badezimmer sind neu renoviert und warten auf die Studierenden. 

Dennoch arbeiten wir weiter: Im Februar 2020 wurde durch unsere Absolvent*innen der erste Slowenische Musiktherapieverband gegründet (ZSGT). Wir haben in Slowenien nun also eine Musiktherapie-Ausbildung (privatrechtlich am Institut Knoll, IK) und einen professionellen Verband für Musiktherapie. So sind wir alle miteinander verbunden: die 10 IK-Musiktherapeutinnen, die 13 IK-Studierenden, Claudia Bajs und ich. Wir treffen uns regelmäßig zusammen zum „Picknick“ oder zur „Zoom-Tea-Party«, um aktuelle Entwicklungen zu besprechen. Auf diese Weise bleiben wir im Kontakt und gehen die nächsten Schritte für die Musiktherapie in unserem Land. Das sind zur Zeit v. a. die staatliche Anerkennung unserer Ausbildung und der Musiktherapie als Profession. 

Leider konnten wir nicht wie geplant die Grazer Musiktherapie-Tagung im November besuchen, da sie wegen Corona auf das kommende Jahr verschoben wurde. Die Nähe zu Österreich ist sehr günstig für uns, weil wir uns immer mehr mit österreichischen Kolleg*innen in Verbindung setzen können, mit dem neuen Grazer Musiktherapie-Verein MuthiG und dem ÖBM. Auch mit den tschechischen Kolleg*innen der Universität Olomouc arbeiten wir seit letztem Jahr zusammen. Das ermöglicht uns besondere Erfahrungen der Verbundenheit mit der Musiktherapie-Community.

Immer wieder wollen wir uns bedanken für die Unterstützung der Andreas Tobias Kind Stiftung, die uns noch immer und immer weiter motiviert bei unserer Arbeit. Wir freuen uns auch riesig auf den nächsten Besuch von Prof. Dr. Eckhard Weymann im Frühling 2021, wenn die Tage voller Improvisation und Ethik sein werden – und allem, was dazu gehört. 
Und so sind wir gespannt und fragen uns: Was wird uns erst das Jahr 2021 bringen!? Wir lassen von uns hören!
Im Gespräch mit ... Dr. Gisela Erdin
Studiengangleitung "Beratung und Leitung im heilpädagogischen Feld"
Seit diesem September leitet Dr. Gisela Erdin gemeinsam mit Prof. Dr. Christiane Drechsler den Masterstudiengang „Beratung und Leitung im heilpädagogischen und inklusiven Feld“ der Alanus Hochschule am Studienzentrum in Mannheim. Im Interview erzählt sie uns von den Besonderheiten des neuen Masters, der sich durch die praktische Vermittlung vielseitiger Kommunikationskompetenzen im heilpädagogischen und inklusiven Feld auszeichnet. 
Sehr geehrte Frau Dr. Erdin, im Jahr 2013 haben Sie als Dozentin für Heilpädagogik an der Alanus Hochschule Ihre wissenschaftliche Karriere begonnen. 2015 promovierten Sie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen zur organisierten Betreuung von Menschen mit Unterstützungsbedarf. Doch bereits lange zuvor waren Sie Heilpädagogin mit Leib und Seele: Unter anderem haben Sie über mehrere Jahre als Leitung in einem Wohnheim für Menschen mit Unterstützungsbedarf gearbeitet.
Sie konnten somit reichlich Erfahrung sowohl in der Betreuung, als auch in der heilpädagogischen Forschung und Lehre sammeln. Was haben Sie vor diesem Hintergrund bei der Konzeption des neuen Masterstudiengangs als besonders bedeutend empfunden?
 
GE: Mir persönlich war es wichtig, etwas Neues entstehen zu lassen, was es so in der Hochschullandschaft bisher noch nicht gibt. Eine Besonderheit in unserem Master ist die in das Studium eingeschlossene Beraterausbildung: Unsere Studierenden sind nach Abschluss ihres Masters professionell ausgebildet in der personenzentrierten Beratung im heilpädagogischen und inklusiven Feld. Dies wird auch vom Berufsverband für personenzentrierte Psychotherapie und Beratung anerkannt und zertifiziert. Die Absolvent*innen können sich so anschließend auch als Berater*innen selbstständig machen. 
Darüber hinaus qualifiziert der Master zur Leitung in heilpädagogischen bzw. inklusiven Einrichtungen: zur Leitung im mittleren Management, bspw. zur Wohnheimleitung oder Teamleitung, und zur Entwicklung und Implementierung neuer Konzepte. 
 
Was möchten Sie Ihren Studierenden insbesondere vermitteln und für ihre berufliche Praxis mit auf den Weg geben?
 
GE: Tatsächlich waren es die Studierenden selbst, die mich auf die Idee brachten und dazu bewegten, einen neuen Masterstudiengang zu erarbeiten. Viele von ihnen waren nach Abschluss ihres Studiums in ihrem Beruf auf Fragen gestoßen, auf die sie eine Antwort suchten. Sie wollten gerne weiterstudieren. 
 
Ich persönlich glaube, dass die Ausbildung in der Beratung, also die Fähigkeit zur professionellen Gesprächsführung zwischen verschiedenen Menschengruppen, im Bereich der Heilpädagogik und Inklusion von enormer Bedeutung ist. Damit meine ich eine Form von Beratung, die psychologisch unterstützt, sodass eine gemeinsame Begegnung zwischen bspw. Klienten, Angehörigen und Betreuenden stattfinden kann, in der sich jeder verstanden fühlt. Beratung hilft, sich selber zu verstehen und sein Gegenüber zu verstehen. Nur so kann Zusammenarbeit und Zusammenleben gelingen. Ich selbst hatte nach meinem Studium der Erziehungswissenschaften, Soziologie und Psychologie ebenfalls einen Master in personenzentrierter Beratung angehängt, der mir in meinem Berufsleben sehr geholfen hat.
 
Ein weiterer Aspekt, den ich für sehr wichtig halte und den Studierenden vermitteln möchte, ist die Förderung der Kommunikation mit nichtsprechenden Menschen. Diese Form von Verständigung, wo keine Lautsprache vorhanden ist, wird in der Heilpädagogik bislang noch wenig thematisiert und erforscht. Im Bereich der Psychotherapie gibt es zahlreiche Studien zum Thema Körper und Körpersprache. Bei Menschen mit geistiger Behinderung wird der Körper jedoch noch häufig tabuisiert. Es wird eine Spaltung zwischen Körper und Geist vollzogen. Unser Körper ist aber ein Teil von uns, wir müssen uns mit ihm befreunden, uns beheimaten. Unser Körper hilft uns, auch bei der Kommunikation. Gerade, wenn nonverbale Kommunikation besonders gefordert ist.
 
‚Gestützte Kommunikation mit nichtsprechenden Menschen‘ ist auch eines Ihrer großen Forschungsthemen, zu dem Sie in Kürze ein Buch veröffentlichen werden. Gibt es für Sie Forschungsfelder oder Arbeitsbereiche, die Ihnen besonders viel Freude bereiten bzw. bereitet haben?
 
GE: In den Anfängen meines Berufslebens war ich ja zunächst in der Betreuung von Menschen mit Behinderung als Gruppenleitung und später als Wohnheimleitung tätig. Was mich schon immer interessierte, war der Zusammenhang von allem: Wie ist die Organisation gestaltet, können die Klienten mitgestalten und mitbestimmen? Ich habe damals ein Bewohnerparlament mit Delegierten gegründet. Eine demokratische Zusammenarbeit ist mir sehr wichtig. 
Ich bin sehr froh, diese Erfahrung in der Betreuung gemacht zu haben, sonst könnte ich heute nicht so gut lehren. Ich möchte auch praktische Beispiele einbringen können. Eine enge Verknüpfung von Praxis und Theorie ist mir generell sehr wichtig, auch innerhalb meiner Forschung. 
Ich habe sehr gerne als Heimleitung gearbeitet – und arbeite nun ebenso gerne in der Lehre und Forschung. Aber für mich ist es auch sehr schlüssig, meinen Weg genau so gegangen zu sein und zunächst eigene Erfahrungen gesammelt zu haben.
 
Das Semester startete dieses Jahr mitten in der Corona-Zeit. Wie gehen Sie im Seminar mit der Situation um?
 
GE: Unser Studiengang hat diesen September mit 16 Teilnehmer*innen gestartet. Es ist fast ein kleines Wunder, dass der Beginn genau in die Zeit fiel, in der die Corona-Regelungen gelockert wurden und die ersten drei Wochenendseminare so in Präsenz stattfinden konnten. Unser Studiengang ist ja berufsbegleitend konzipiert, sodass wir uns immer Freitag und Samstag treffen.
Das Studium enthält viele Übungen und Selbsterfahrungselemente, es geht um die Verknüpfung von Theorie und Praxis – das haben sich sowohl die Studierenden als auch ich mir so gewünscht. Wir üben bspw. die Gesprächsführung und Beratersituationen in Rollenspielen. Oftmals bringen die Studierenden eigene Beispiele aus der Praxis mit ein. 
Nun läuft es digital weiter. Hier vermitteln wir mehr Theorie, manche Übungen sind jedoch auch über die Ferne möglich oder die Studierenden tun sich für das Seminar zu zweit zusammen.
 
Als Mutter von fünf Kindern, ehemalige Heimleitung, Dozentin und nun Studiengangleitung legen Sie in Ihrem Leben schon lange den Fokus auf die Unterstützung und das Wohlergehen Ihrer Mitmenschen. Wie gelingt es Ihnen, dass Sie selbst dabei nicht zu kurz kommen?
 
GE: Wenn man mit Menschen in den Dialog geht, bekommt man auch viel zurück. Ich habe viel von meinen Klienten gelernt, nun lerne ich viel von meinen Studierenden. Die persönlichen Begegnungen geben mir viel Kraft. 
Mitunter bin auch ich müde. Aber ich habe meine Techniken und Übungen, um mich wieder zu stabilisieren und neue Kraft zu tanken. Sein Bewusstsein selber lenken zu können, das ist eine Fähigkeit, die man als Heilpädagogin können muss. In sich Ruhe zu finden – das ist auch Thema in unseren Lehrveranstaltungen.
 
Ganz herzlichen Dank für das Interview, liebe Frau Dr. Erdin, und gutes Gelingen mit Ihrem neuen Studiengang!

Termine 

20.02.2021 4. Praxiswerkstatt: Selbstwertstärkendes Feedback mit Lisa Prechtl. HfMT Hamburg

06.- 07.03.2021 29. Fachtag Musiktherapie: Musiktherapeutische Ansätze in der Suchttherapie. Freies Musikzentrum München

30.04.2021 Ende der jährlichen Bewerbungsfrist für eine Förderung der Andreas Tobias Kind Stiftung

24.- 25.09.2021 Symposion IMPROVISATIONEN. Aus Anlass des Abschieds von Prof. Dr. Eckhard Weymann. HfMT Hamburg

09.10.2021 Öffentlicher Stiftungstag der Andreas Tobias Kind Stiftung

Verwaltungsgesellschaft der Andreas Tobias Kind Stiftung mbH
c/o Britta Johannesson I Norderstr. 31 I 22846 Norderstedt
info@andreas-tobias-kind-stiftung.de I www.andreas-tobias-kind-stiftung.de
Registergericht: Amtsgericht Hamburg I HRB 43227 I Geschäftssitz: Hamburg






This email was sent to <<Email Address>>
why did I get this?    unsubscribe from this list    update subscription preferences
andreas tobias kind stiftung · Geschäftsführung · Norderstraße 31 · Norderstedt 22846 · Germany

Email Marketing Powered by Mailchimp